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Mit seinem zweiten Thriller fischt der Schotte Grant McKenzie in den Gewässern,
die von seinen Kollegen Simon Kernick oder Linwood Barclay beackert werden. Bei
Geschichte dieser Autoren steht ein Mann wie du und ich im Mittelpunkt, der von
einem Moment zum anderen in eine extreme Situation gerät.
So geht es aus dem Busfahrer Wallace Carver, der mit seiner Frau Alicia und den Söhnen Fred und Alex in Kanada ein beschauliches Leben führt. Bei einem Shopping-Ausflug in die amerikanische Grenzstadt Bellingham lässt Wallace seine Familie nur kurz aus den Augen - und wartet dann vergeblich auf sie. Trotz verzweifelter Suche bleibt seine Familie verschwunden. Auch die US-Grenzbehörden können ihm nicht helfen. Alicia und seine Söhne bleiben unauffindbar. Verzweifelt kehrt Wallace nach Kanada zurück, wo plötzlich Blutspuren in seinem Haus gefunden werden. Mit einem Mal steht Wallace unter Tatverdacht. In letzter Sekunde gelingt es ihm, sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen. Auf eigene Faust beginnt er zu ermitteln. Wie schon in seinem Debüt "Die Stimme des Dämons" liefert Grant McKenzie auch hier solide Krimikost ab. Der Roman liest sich durchweg spannend, auch wenn die Wahrheit keine wirkliche Überraschung ist. Aufmerksame Leser werden schon durch ein paar Bemerkungen zu Beginn ahnen, in welche Richtung die Handlung läuft und wo die Hintergründe der Entführung liegen. Die Figuren sind allesamt sehr genretypisch und wandeln an der Grenze zum klischeehaften. Die brummige, gutmütige Hauptfigur, die führ ihre Familie über sich hinauswächst. Ein auf Rache sinnender Bösewicht, ein psychopathischer Killer, eine schöne junge Frau als Verbündete des Helden. Grant Mc Kenzie lässt nichts aus, was dem Thrillerklischee entspricht. Zum Ende lässt der Autor dann ordentlich die Kugeln fliegen. Der gut 50seitige Showdown ist zwar äußerst actionreich, kann aber versierte Thrillerleser nicht wirklich aus dem Sitz reißen. Fazit
Auch der zweite Roman von Grant McKenzie ist kein Highlight des Genres.
"Ohne einen Laut" bietet solide, recht kurzweilige Unterhaltung. Ein
Thriller, der sich gut als Strandlektüre eignet, jedoch ebenso schnell wieder
vergessen ist.
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Interview mit Grant McKenzie
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