Dorothy Sayers: Die letzte Fahrt des Admirals

Die letzte Fahrt des Admirals

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-499-12112-8

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
13 Kriminalautoren aus England, unter anderem Dorothy Sayers, Keyth Chesterton und Anthony Berkeley, gehörten zu einem Detektivclub (Detection club), der in den 1930-Jahren sehr bekannt war. Allen Autoren war gemeinsam, dass in ihren Romanen oder Geschichten ein berühmter Detektiv ein Rätsel lösen musste. So wurde die Kriminalliteratur um berühmte literarische "Spürnasen" wie Hercule Poirot, Lord Peter Wimsey, Pater Brown etc. bereichert. Doch allen diesen Geschichten ist eines gemeinsam: der Autor kennt die Lösung des jeweiligen "Falles" - insofern gab unterschiedliche "Plots", die mal besser und mal schlechter gelungen waren. Wie würde es sein, wenn die Autoren aber selber mit einem Kriminalfall konfrontiert würden, dessen Lösung sie nicht kennen? Welche Lösungen bieten sie an? Um diese Frage einmal zu beantworten, wurde folgender Kriminalroman erfunden. Ein Autor beginnt eine Rahmenhandlung (ein Admiral wird tot in seinem Boot aufgefunden) und die weiteren 12 Autoren müssen diesen Fall lösen. Jeder musste seine "Lösung" in einem Briefumschlag "mitliefern". Diese Vorschläge sind im Anhang abgedruckt. Und kein geringerer als Anthony Berkeley, der die Tätigkeit dieses "Detection Clubs" in seinem berühmtesten Kriminalroman aus dem Jahre 1929, "Der Fall mit den Pralinen" selbst ironisch-witzig dargestellt hatte, liefert eine - zugegebermaßen plausible - Lösung dieses sich immer verzwickter gebenden Falles.
Nun sind die Kapitel nicht von gleicher Qualität. Agatha Christie beispielsweise mußte bei diesem Kriminalroman mitwirken, da sie in ihrem Klassiker: "The murder of Roger Ackroyd" (1926) den Ich-Erzähler zum Mörder machte. Dies entsprach nicht den Regeln der klassischen englischen "Häkelschule", die es verbot, den Leser absichtlich irre zu führen. So ist das von ihr zu "verantwortende" Kapitel von ihr wohl eher als (lästige) Pflichtaufgabe empfunden worden, was man deutlich bemerkt. Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Autoren sind also deutlich zu bemerken. Aber gerade dies - und die Möglichkeit, den Schreibstil und das logische "Denken" der damaligen Koriphäen des klassischen Kriminalromans miteinander zu vergleichen, macht den Reiz dieses Buches aus. Die Nachahmer: "Die allerletzte Fahrt des Admirals" und "Gipfeltreffen", in denen die heutige Generation der Kriminalautoren die Vorgehensweise des vorliegenden Werkes wiederholten, sind daher nicht so originell, witzig und spritzig geraten wie das Original. Es gehört nach wie vor zu den Klassikern des Genres.
Fazit
Lesenswert.
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 06. September 2003

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