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Professor Rudolf Taschner ist ein in Österreich sehr beliebter und bekannter
Wissenschaftler, der zuletzt mit seinem mathematisch-theologischen Buch
"Rechnen mit Gott und der Welt" großen Erfolg hatte.
In seinem neuen Buch beschäftigt sich Taschner mit einer philosophisch-theologischen Frage, die jede Generation neu bewegt und auf die im Laufe der Kulturgeschichte ganz verschiedene Antworten gegeben wurden. Es geht um die Frage der Gerechtigkeit. Was ist gerecht und was ist ungerecht? Welche Maßstäbe kann und darf man hier anlegen? Über die Frage, was ungerecht ist, ist sich meist eine Mehrheit sehr schnell einig. Doch bei der Debatte, was denn nun im konkreten Fall oder gar im Allgemeinen gerecht sei, gehen die Meinungen dann doch jedes Mal oft sehr weit auseinander. Das hängt natürlich auch ganz konkret an Interessen, an Geld und an Definitionsmacht. Aber es ist auch philosophisch und theologisch immer wieder ein großes Problem gewesen, Gerechtigkeit im Allgemeinen und Gottes Gerechtigkeit im Besonderen zu definieren und abzugrenzen. Taschner bringt die Frage der Gerechtigkeit in seinem Buch in einen Bezug zu Themen und Dimensionen, die er (Zufall?) alle mit G beginnen lässt: Gleichheit, Generationen, Gesetz, Geschichte, Geschäft, Gestaltung, Gewissen und Gnade. Natürlich findet auch Taschner keine letzte Gerechtigkeit. Aber er bietet in seinem Buch unzählige Zugänge und Gedankenspiele, literarische Quellen, Lebensgeschichten und -beispiele, die dem Leser helfen können, vor der Frage nach der Gerechtigkeit - auch in seinem eigenen Leben - nicht zu kapitulieren, und etwa resigniert oder gar zynisch sich in den Kampf um den besten Platz zu stürzen, sondern ganz konkret nach Ungerechtigkeiten zu suchen, und mit seinem eigenen Leben dazu beizutragen, dass die Welt ein wenig gerechter werde. Er hält dabei das eigenen Gewissen für die entscheidende Instanz zur Differenzierung. Theologisch findet er in dem Begriff und der Dimension der Gnade eine Antwort. Fazit
Ein lesenswertes Buch.
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