Peter Pohl: Jan, mein Freund

Jan, mein Freund

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-473-54318-2

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Krille und seine Freunde, die in den 50ern auf ihren aufgepimpten Farrädern paradierten, wären heute 70 Jahre alt, so alt wie der schwedische Autor Peter Pohl. Krille, der eigentlich Krister heisst, wird von einem Polizisten über seinen Freund Jan befragt. Krille hat Angst um Jan. Dass die Polizei Jans Fahrrad gefunden hat und sonst niemand etwas über den Verbleib des Jungen weiß, ist ein sehr, sehr schlechtes Zeichen. Jan, der schmächtige Rothaarige, war eines Tages mit einem heißen "Hobel" aufgetaucht, auf dem sich Wimpel und Meßinstrumente drängten. Schwimmen konnte der Neue mit dem fixen Mundwerk nicht. Allen Sportarten außer waghalsigen Fahrrad-Tricks ging er geschickt aus dem Weg. Niemand wusste, wo Jan wohnte und in welche Schule er ging. Ein Kind ohne festen Wohnsitz, das in großen Abständen auftaucht und dann wieder wochenlang verschwindet, war wohl auch damals schon im schwedischen Wohlfahrtsstaat nicht vorgesehen. Krilles ungewöhnlich großzügige Mutter merkt sofort, was der kleine Rothaarige braucht: üppige Mahlzeiten, Kuscheln mit Krilles Meerschweinchen und jemand, der ab und zu seine Kleidung wäscht und flickt. Sie nimmt Jan an wie er ist und stellt keine unnützen Fragen. Da Jan nicht mit ins Sommerlager fahren kann, sagt Krille seine Teilnahme ab - und verbringt seinen Sommer ohne Nachricht von Jan, krank vor Sehnsucht.

Obwohl Krille als begeisterter Hobby-Detektiv vor Jans Verschwinden sein sehr mageres Wissen über seinen besten Freund auf einer Karteikarte notierte, hat er sich wenig Gedanken über Jans merkwürdigen Lebensumstände gemacht. Nun ist Jan verschwunden und der Polizist sammelt mit großer Geduld Krilles Gedankensplitter zu Jan. Zwischen seinen Erinnerungen spricht Krille Jan im Text immer wieder direkt an. Die Aufklärung von Jans Verschwinden schockiert Krille und lässt beim Leser einige Fragen offen. Ungewöhnlich für deutsche Leser, wie deutlich Krille im Jahr 1955 als behütet aufgewachsener Elfjähriger bereits Sexualität und sexuellen Missbrauch in seiner Umgebung wahrnimmt. Mich hat an "Jan mein Freund" besonders berührt, wie liebevoll Krilles Mutter den ungewöhnlichen Freund ihres Sohnes in der Familie aufnimmt. Das Buch, das 1985 in Schweden und 1989 in Deutschland erschien, wurde u. a. 1990 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Fazit
Peter Pohl entwickelt die Spannung seines ungewöhnlich berührenden Romans aus dem Geheimnis um Jan und aus Jans widersprüchlichem Verhalten, je nachdem ob er sich mit Krilles Clique trifft oder mit Krille allein ist.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 20. Juni 2011

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