Lincoln Child, Douglas Preston: Mission

Mission

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-426-19903-9

Preis: 0,29 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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Smart und todgeweiht

Neben einigen in sich geschlossenen Romanen sind Preston / Child seit ihrem Debüt "Relic" vor allem für ihre Romane um Special Agent Aloysius Pendergast bekannt, zu dem mittlerweile fast ein ganz eigenes, untereinander verwobenes Universum an Geschichten entstanden ist. Geschichten, die sich auch durch eine gehörige Prise Verschachtelung und Mystik mit einigen fantastischen Elementen auszeichneten.

Nun hat das Autorengespann einen neuen, durchaus mit guten Ansätzen versehenen, Protagonisten ins Rennen geschickt. Gideon Crew.
Der nicht einfach aus dem Nichts im Buch auftaucht, sondern von Preston und Child mit einem ausführlichen Background versehen wird. Der Leser lernt Crew bereits als Kind kennen und hat so einen guten Einblick in die persönliche Entwicklung, die Dramen, die im Raume stehen und die den späteren jungen Mann prägen. Im ersten Teil des Buches lassen die Autoren daher zunächst Hintergründe einfließen und, aktuell, Gideon Crew seine persönliche Geschichte actionreich ins Reine bringen, bevor übergeleitet wird in das, was sicher auch in Zukunft die Aufgabe des Mannes sein wird. Im Rahmen einer geheimnisvollen Firma, der EES, gefährliche und wichtige Geheimaufträge zu übernehmen, in deren Hintergrund die US Regierung zwar mitschwingt, aber nie vordergründig auftritt.

Die Voraussetzungen bringt die neue Hauptfigur durchaus mit. Ein Verkleidungskünstler (ähnlich wie Pendergast), ohne größeres familiäres und soziales Umfeld, vor allem aber mit einem Aneurysma im Gehirn versehen und damit nur mehr von äußerst begrenzter Lebenserwartung, ein geschickter Einbrecher und ein, in Teilen, fast verzweifelt mutiger Mann (was sehr hilfreich im Finale dieses ersten Thrillers mit Gideon Crew sein wird). Ein chinesischer Wissenschaftler ist bereit, eine weltverändernde Erfindung in den Westen zu schmuggeln und Crew soll diese Erfindung an sich nehmen. Doch umgehend wird der Chinese Wu Opfer eines brutalen Anschlages und alles scheint verloren. Wenn nicht Gideon Crew die Puzzlestücke der Erfindung wieder zusammengesetzt bekommt, verfolgt von einem der gefährlichsten Killer, den China aufzuweisen hat. Auf diesem Weg wird Gideon weitere Verbindungen schaffen, alte Bekanntschaften erneuern und durchaus erleben müssen, dass er sich in der ein oder anderen Person sehr grundlegend täuscht, während andere, die ihm nahe kommen, das Ende des Buches nicht erleben werden.

Temporeich und in klarer, direkter Sprache, so legen die Autoren ihr neustes Buch vor. Nicht so verwinkelt wie der Pendergast Kosmos, ohne alle mystischen oder fantastischen Elemente und damit leider auch ein wenig sehr oberflächlich in der Geschichte, pflegen die beiden Bestsellerautoren hier einen anderen, neuen Stil, der durchaus dennoch für eine spannende Lektüre sorgt. Wie gewohnt verstehen es Preston und Child gerade die Action Sequenzen bildreich und absolut direkt zu schildern. Eine Angst vor blutrünstigen Ereignissen kannten und kennen die beiden in bester Weise nicht. Action ist damit das, was hier, im Gegensatz zur subtilen Gefahr und zum ebenso subtilen Grauen in anderen Werken der Autoren reinweg im Vordergrund steht. Ein wenig mehr Tiefe in der Geschichte und ein wenig mehr unterschwellige Spannung a la Pendergast hätte es schon sein dürfen, keine Frage. Ein leicht oberflächlicher Eindruck verbleibt nach der Lektüre des Buches im Raum.

Einige Hintergründe, (zu) kurz abgehandelt im Buch, hätten eine weitere Vertiefung ebenso verdient gehabt (die Vergangenheit Crews als Edel-Einbrecher oder eine Erläuterung für seinen besonders gestalteten Ringfinger. Dass ein Atomwissenschaflter nie zur Arbeit muss, ist ebenso merkwürdig, wie unlogisch). Viel Platz bietet die Figur im Rahmen dieser ersten Geschichte also noch für Entwicklungen, setzt aber, trotz mancher Schwächen, dennoch bereits im ersten Auftreten einige lesenswerte Duftnoten.
Fazit
Temporeich, spannend, in Teilen oberflächlich, anders als bisher und nicht immer einer eindeutigen Logik folgend, bildet das Buch einen einigermaßen gelungenen Auftakt für eine weitere Serienfigur aus der Feder von Douglas Preston und Lincoln Child, allerdings noch mit einiger Luft nach oben.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 26. Mai 2011

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