James Patterson: Wer hat Angst vorm Schattenmann

Wer hat Angst vorm Schattenmann

Verlag: Bastei Lübbe [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-404-14942-1
Preis: 2,25 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Juli 2008]

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James Patterson hat mit diesem Werk einen äußerst spannenden Thriller hingelegt. Ein perverser Frauenmörder treibt in Washington sein Unwesen. Erneut muss Detektiv Alex Cross, schon bekannt aus den Vorgängerbänden Pattersons, ermitteln. Das Buch wird aus zwei Perspektiven geschildert: zum einen in Ich-Form aus der Sicht von Alex Cross, der den Stand der Ermittlungen in dieser Angelegenheit beschreibt. Die andere Perspektive ist die des Mörders, wobei hier Szenen leider sehr voyeuristisch geraten sind und die Beschreibung des Sadismus der Morde meiner Meinung nach zu sehr ausgewalzt wird.
Nach dem fulminanten ersten Drittel lässt der Roman jedoch nach. Nachdem Liebe und Sex ausführlich zu ihrem Recht gekommen sind (als Alex Cross mit seiner Geliebten ein Baby zeugt), wird diese kurz darauf entführt. Und hier wird das Ganze dann total unwahrscheinlich. Im gesamten Plot wird der Grund der Entführung nicht aufgeklärt, Christine, die Geliebte, taucht einfach - mit Baby - am Ende erneut auf. Warum sie entführt wurde und weshalb sie am Leben blieb, wird nicht geklärt - hier mußte wohl ein "Happy end" her - bevor der psychopathische Killer, der sich als britischer Botschaftsangehöriger und Ex-Geheimdienstler entpuppt, am Ende entkommt und seine Familie noch am Schluss bestialisch ermordet.

Nein, also mich konnte dieser Thriller in Puncto Plot und Handlungslogik nicht überzeugen. Dass die Charaktere nicht ausgeleuchtet werden und streng dualistisch - hier die absolut Guten, dort die abgrundtief Bösen - gezeichnet sind, mag in einem Thriller, dessen Betonung auf dem Aufbau und der Durchführung des Spannungselementes - im Gegensatz zum Kriminal- oder Detektivroman, wo dem logischen Plot größere Bedeutung zugemessen wird, noch angehen.
Allerdings sollte die Handlungslogik auch nicht über Gebühr strapaziert werden und dies geschieht hier - im Gegensatz zu den Vorgängerbänden - in nicht mehr nachvollziehbarer Art und Weise.

Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 27. August 2003

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