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Wie ein spannender kulturgeschichtlicher und historischer Roman liest sich
dieses schwergewichtige Buch der amerikanischen Historikerin Joyce Appleby, die
ohne großen wissenschaftlichen Apparat und mit nur wenigen Dutzend Anmerkungen
"eine Geschichte des Kapitalismus" erzählt.
"Wie eine gute Detektivgeschichte", so beginnt sie ihr von der ersten Seite an fesselndes Buch, "beginnt auch die Gesichte des Kapitalismus mit einem Rätsel. Jahrtausendelang hatte sich der Handel in traditionellen, landwirtschaftlich orientierten Gesellschaften auf engstem Raum abgespielt. Doch im 16. Jahrhundert schlug man plötzlich neue Wege ein." Grundlegend erzählt die Autorin mit einer verständlichen und anschaulichen Sprache von diesen Wegen und von den Veränderungen, die sie auf praktisch allen Feldern der Gesellschaft mit sich brachten. Der Kapitalismus schaffte es, unsere kulturelle und ökonomische Identität zu prägen, nicht immer zum Vorteil der Menschen und ihres Zusammenlebens. Immer wieder fragt sie nach, welche Errungenschaften des Kapitalismus den Menschen bereichert haben und wo seine bis heute wirkmächtigen Schattenseiten liegen. Fazit
Es ist ein erfrischend unideologisches Buch, das seinem Lesern gerade deshalb
nicht nur beim Lesen Freude macht, sondern ihm auch viele Erkenntnisse
vermittelt, die jenseits der Ideologien zu machen sind, und nur dort.
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