Paul Nicklen: Polarwelten

Polarwelten

Verlag: National Geographic [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-86690-219-0

Preis: 39,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 09. Dezember 2016]
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Nah und Fern

Arktis und Antarktis, dass sind die Faszinationen für Paul Nicklen, bei deren Erkundung und Dokumentationen er ein ums andere Mal in schwierige bis gefährliche Situationen geriet.
Er selbst nennt diese beiden entgegen gesetzten Erdbereiche ungezähmt, wunderschön, unbarmherzig und extrem gefährdet. Adjektive, die er in seinen Fotografien, die im Buch in höchster Qualität vorliegen, einfängt und mitzuteilen versteht.
Eine Welt, die ihm durchaus vertraut ist, denn aufgewachsen ist er auf Baffin Island im hohen Norden Kanadas.

So legt er hier auch Zeugnis ab von der vertrauten Welt seiner Kindheit, seinem Aufwachsen unter Inuit und seiner Verbundenheit mit dieser rauen, durch die Erwärmung der Erde höchst gefährdeten Welt.

Dieses innere Interesse, seine Leidenschaft für die Landschaft und die Tiere der Polarwelt spürt man seinen Bildern intensiv ab. Schon das erste Bild innerhalb der Einleitung zeigt, unter welch schwierigen Bedingungen er seiner Leidenschaft oft nachgeht, wenn sein Kopf und ein Teil seiner Taucherausrüstung nur knapp aus einem ins Eis geschlagenem Loch herausschaut, ebenso, wie die Nahaufnahme eines Portraitfotos eines spielenden Seelefanten intensiv berührt. Genauso übrigens, wie die Massenaufnahme hunderter von Pinguinen in St. Andrews.

Eine Arbeitsweise, die sich im Buch häufiger entdecken lässt. Nah und Fern wechseln einander ab, Portraits, ein ganz nahes heranrücken einerseits und dann, wie im öffnen des Weitwinkels, Weite der Landschaft und Gruppen von Tieren. Nähe und Weite sind so ebenfalls Themen der Bilderwelt des Buches.

Die wunderschöne Abendstimmung über dem Lancaster Sund weist konkret auf die aktuelle Problematik der Polarregionen hin. Wo vor hundert Jahren noch Massen von Packeis sich übereinander schoben, treiben jetzt nur noch vereinzelte Eisschollen durch das Meer.

Ereignisse, die Paul Nicklen zu zeigen, aber auch zu beschreiben weiß, wie vor allem der Interviewteil aufzeigt, in dem er nicht nur über sich und seine Arbeit, sondern auch über seinen Lebensweg, sein Aufwachsen im hohen Norden Kanadas und seine Intentionen spricht.

Formal ist das Buch unterteilt in einen Einleitungsteil mit Weltkarte, sodann den Blick auf die Arktis (hier vor allem empfehlenswert das Kapitel über das Eis und den Kreislauf des Lebens), sodann gefolgt von einem illustren Blick auf die Antarktis.

Ein ausführliches Interview, ein Blick auf Paul Nicklens Ausrüstungsliste und einige biographische Informationen zum Autor runden das Buch zum Schluss dann ab.
Fazit
Paul Nicklen ist ein intensiver, mitreißender, teilweise überwältigender Einblick in die extremsten geographischen Zonen der Erde gelungen, der die ungeheure Vielfalt an Landschaft, Tieren und Eindrücken in vielfachen, wunderbaren Bildern aufzeigt. Und er legt den Finger in die Wunde der ökologischen Veränderungen, die vieles von dieser Naturschönheit zu zerstören drohen. Empfehlenswert.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 14. März 2011

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