Maximilian Buddenbohm: Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein. Eine Strandjugend

Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein. Eine Strandjugend

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-499-62680-7

Preis: 8,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 28. September 2016]
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Als Kind wird sich mancher am Ende seiner Sommerferien gewünscht haben, immer am Meer sein zu können. Auch Maximilian Buddenbohm war als Junge überzeugt davon, dass alle Menschen am liebsten das ganze Jahr über am Meer leben würden. Als seine Mutter das Ferien-Appartment der Familie in Travemünde als Hauptwohnsitz bestimmt, verspricht diese Entscheidung zunächst endlose Ferien. Maximilian muss ein phantasievolles Kind gewesen sein. Sein Rad wurde im Spiel zum Raumschiff und sein Geschäftsmodell Golfball zeigt den Autor als frühes Organisationstalent. Das Revier der einheimischen Kinder ist die Steilküste, deren Strandabschnitt im Gegensatz zum Strand im Ort nicht geharkt und nicht vom Schwimm-Meister beaufsichtigt wird. Hier können Maximilian und seine Freunde unbeobachtet klettern oder ihren ersten Kuss wagen. Spätestens wenn am Ende des Sommers alle Urlauber abreisen, sind die endlosen Tage am Strand, das müßige Beobachten der Wolkenformationen am Himmel vorbei. Die Einlagerung der Strandkörbe kündigt die kommende Winterlangeweile an. Allein Buddenbohms Auto bleibt in der Tiefgarage zurück; das leere Appartment-Haus wirkt nur noch trostlos.

Jugendliche wie Erwachsene treffen sich in Travemünde an Hugos Imbissbude. Außer Hotel-Portiers, Taxifahrern und allen, die gerade keine Lust zum Kochen haben, finden sich am Imbiss ein paar skurrile Gestalten ein. Warum wird z. B. ein alter Mann Canaris mit Spitznamen genannt? Maximilian und seine Freunde beschatten den Alten einen ganzen Sommer lang, um einer möglichen Geheimdienst-Tätigkeit auf die Spur zu kommen. Urlauber sind entweder alt, übergewichtig oder sie kommen nur solange nach Travemünde wie ihre Kinder klein sind. Je älter Maximilian wird, umso enger erlebt er den kleinen Ort und umso stärker vermisst er Gleichaltrige. Maximilian Buddenbohm beschreibt eine Jugend, in der die Länge der Telefonschnur über den Grad an Privatsphäre eines Jugendlichen entschied. Ungestört mit seiner Freundin flirten konnte ein Junge damals nur mit einem Anruf aus einer Telefonzelle.
Fazit
Wie Maximilian und sein bester Freund plötzlich entdecken, dass der kleine Ort mit dem Fähranleger zu klein für sie geworden ist, obwohl sie selbst noch nicht bemerken, dass sie sich verändert haben, schildert Buddenbohm außerordentlich treffend. Als melancholische Geschichte einer Jugend am Meer wartet "Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein" mit einer Reihe tragikomischer Gestalten und Szenen auf.
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 05. Januar 2011

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