Audrey Niffenegger: Die Zwillinge von Highgate

Die Zwillinge von Highgate

Verlag: S. Fischer [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-10-052407-2

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Es hätte mir zu denken geben müssen, als ich mir schon bei "Die Frau des Zeitreisenden" gedacht habe, was für eine absurde Idee das ist, nicht weil mir die Fantasie dazu fehlt (im Gegenteil), sondern einfach weil mich diese über-kitschige sentimentale Patina gestört hat. Doch trotz meiner Vorurteile, hat mich der Plot zu "Die Zwillinge von Highgate" neugierig gemacht. Wohl weißlich hält dieser den Leser im Unklaren darüber, was für Absurditäten ihn im Niffeneggers neuem Werk erwarten und umgarnen ihn mit "der großen Liebe", "Sehnsucht" etc.
Auch habe ich nichts gegen Geistergeschichten, aber diese hier ist einfach nur dämlich.
Robert, Mitte 30, verliert seine langjährige Freundin Elspeth an Leukämie. Elspeth hat ein Geheimnis, das nur ihre Zwillingsschwester Edie in den USA kennt. Als sie stirbt, bestimmt sie, dass Edies Zwillingstöchter Valentina und Julia ihre Wohnung in London erben sollen, mit der Auflage, dass Edie und ihr Mann Jack diese nicht betreten dürfen und die Mädchen mindestens ein Jahr dort wohnen bleiben müssen.
Robert, der gerade oder noch immer an seiner Doktorarbeit über den Highgate Friedhof (welcher, nebenbei erwähnt, das einzig Sympathische an diesem Buch ist) schreibt, lebt im selben Haus und hat noch immer am Verlust zu knabbern, als die Zwillinge nach London kommen.
In dem Haus wohnen noch Marijke und ihr neurotischer Mann Martin. Martin war seit 1 Jahr nicht mehr außerhalb der Wohnung und Marijke verlässt ihn nach Jahrzehnten des Zwangs.
Valentina, die Unabhängige und Julia, die Kontrollsüchtige, sind unzertrennlich, doch als Valentina sich in Robert verliebt, beginnen sie auseinander zu driften. Valentina will nicht mehr bevormundet werden und Julia will Robert los werden.
So, bis dahin ist alles einfach, langweilig, unspektakulär. Ganz zu schweigen von den Charakteren. Niffenegger hat sich viel Mühe gegeben, damit der Leser ja nicht Gefallen an einem bestimmten findet, aller höchstens Mitleid, aber am Ehesten Abneigung. All die Figuren in diesem Werk sind irgendwie kantig, spitz, abartig und doppelzüngig. Sie wirken konstruiert und gewollt anders.
Es reicht nicht, dass Robert aussieht wie ein Totengräber und den Friedhof liebt, nein, es gibt noch einen Neurotiker, eine verbitterte Kontrollsüchtige und eine völlig unselbstständige Suchende.
Als dann aber der Geist von Elspeth auf die Bühne kommt, ist der Absurdität die Krone aufgesetzt worden. Nun geht es nur mehr noch darum, wie sie mit dem Geist kommunizieren, Valentina beginnt sie sogar zu sehen. Und der Geist ist eifersüchtig.
Würde Niffenegger nur beim Geist halt machen, einfach erzählen, wie das in der Zwischenwelt sein könnte, aber nein, es geht noch haarsträubender. Aber damit würde ich die Handlung vorweg nehmen.
Fazit
Ich möchte bezweifeln, dass dieses Buch im Original an Tiefe gewinnt, so schlecht kann die deutsche Übersetzung gar nicht sein. Es ist rundum eine Zeitverschwendung. Es gibt bessere Romane zu Geistern, zu Geistern, die in der Zwischenwelt stecken oder solchen, die eine zweite Chance wollen, nicht dass ich Sartre beleidigen möchte und ihn mit dieser Geschichte vergleichen wollte.
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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 04. November 2010

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