Christoph Scholder: Oktoberfest

Oktoberfest

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-426-19888-9

Preis: 0,85 Euro bei Amazon.de [Stand: 27. September 2016]
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Das Oktoberfest. Für viele Menschen ist das größte Volksfest in der bayrischen Hauptstadt der saisonale Höhepunkt. Doch dann geschieht das Unglaubliche: General Oleg Blochin und seine Truppe russischer Elitesoldaten nehmen die Besucher eines Festzelts als Geisel und erklären, dass sämtliche Bierzelte mit Giftgas bestückt seien. Ihre Forderung ist exorbitant: 2 Milliarden Euro in Form von Rohdiamanten. Fassungslos steht die Landesregierung der Katastrophe gegenüber. Schließlich setzt die Bundesregierung ihren besten Mann auf die Terroristen an: Wolfgang Härter, ein verdeckter Ermittler beim MAD soll das Unmögliche schaffen, nämlich 70.000 Geiseln zu retten.

Selten hat ein deutscher Thriller für so viel Wirbel gesorgt. Kommunalpolitiker und Wiesenwirte liefen Sturm gegen den Debütthriller von Christoph Scholder. Viel Lärm um Nichts? Sicher waren die Reaktionen aus Bayern übertreiben. Mit seinem Roman wandelt der aus Tübingen stammende und in München lebende Autor auf den Spuren von Tom Clancy. Er entwirft ein Schreckensszenario, von dem man sich wünscht, dass es nicht Realität werden möchte.

Dieses Szenario hat Christoph Scholder gut hinbekommen, auch wenn es ein paar Aspekte gibt, die mir nicht ganz so gut gefallen haben.

Zum einen habe ich eine klare und starke Hauptfigur vermisst. Der Autor hat viele Figuren, doch keine dominiert wirklich. Dadurch fehlt ein wenig die Identifikationsfigur, die der Roman durchaus gut gebrauchen könnte. Sicher, Wolfgang Härter ist eine Figur in diese Richtung, doch er bleibt zum einen recht oberflächlich und hat zum anderen nicht mehr Szenen, als andere Figuren.

Sprachlich haben mir neben der permanenten Wiederholung der Bezeichnung Kapitän zu See Wolfgang Härter auch die immer wiederkehrenden kurzen Sätze missfallen, die dem Roman nicht unbedingt Tempo geben, sondern einfach störend sind. Auch über die Namensgebung mancher Figuren (Oleg Blochin, eine ehemaliger Fußballstar als Schurke, die Allerweltsnamen Müller und Meier für zwei wichtige Figuren) kann man sicher diskutieren. Doch dies wäre schon Jammern auf hohem Niveau. Etwas verwirrend fand ich auch, dass sich der Autor selbst ein wenig um die Aktualität des Romans bringt, da er ihn im Jahr 2004 spielen lässt. Auch hier hätte überlegt werden können, die Handlung in die Gegenwart zu verlegen.
Fazit
"Oktoberfest" ist ein lesenswerter Thriller. Christoph Scholder hat ein packendes Szenario entworfen und in einen spannenden Thriller umgewandelt. Die paar Schönheitsfehler verzeiht man gerne.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 28. Oktober 2010

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