Thomas Kastura: Das geheime Kind

Das geheime Kind

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-426-19864-3

Preis: 2,70 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2016]
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Familiengeheimnis der düsteren Art

Ein brutaler Mord erschüttert die Kleingartenanlage im Kölner Norden. Sicher, es handelt sich nur um einen arbeitslosen Trinker, der noch nicht einmal mit den Kleingärtnern eng verbunden war, aber die Wucht, mit der ihm der Schädel gespalten worden war zeigt dennoch von kalter Brutalität.

Das erprobte Team der Mordkommission unter Kommissar Klemens Raupach, jeder mit eigenen Schwächen und untereinander nicht immer wohlgesonnen, aber als Team sich perfekt ergänzend, nimmt die Ermittlungen auf, die sich schon bald mehr und mehr auf das einkommensschwache Milieu um die Lebensgefährtin des Ermordeten samt Familie und wenige seiner losen Bekannten konzentrieren. Aber auch andere, eher lose Beteiligte, sind nicht immer edlen Gemüts, gerade im Blick auf den Toten nicht.

Schon in den ersten Kapiteln des Buches kristallisiert sich heraus, dass irgendwo in diesem Umfeld. Ein begrenzter Kreis der Verdächtigen. Die Lebensgefährtin, ihre drei Kinder, mit denen der Ermordete doch vermeintlich ein gutes Verhältnis hatte (was sich als deutlich zu oberflächlich herausstellen wird), der Ex-Mann der Lebensgefährtin, der das Gegenteil von Trauer über den Tod des Mannes zeigt. Zudem zeigen sich die Alibis aller Personen als nicht sonderlich belastbar. Kommissar Raubach schwant, dass in dieser Gemeinschaft von Menschen einiges unter dem Teppich gekehrt ist, was sich durchaus in Gewalt hätte entladen können.

Sprachlich auf hohem Niveau versteht es Thomas Kastura, seinen Protagonisten bis in Nebenrollen hinein Farbe und Charakter zu verleihen. Eine Wohltat auch sein Stil, der den Elser weder unterfordert noch durch sprachliche Eskapaden ständig versucht, auf germanistisch-wissenschaftliches Niveau zu pochen. Angemessen vor allem den Personen gegenüber gelingt es Kastura, die Geschichte flüssig zu erzählen, genügend Hinweise und falsche Spuren einzubauen, um den Leser mit Spannung bis an das Ende des Buches und die Auflösung des Falles zu führen und setzt hierzu eine Kriminalteam voller Individualisten in den Raum, die durch Kasturas trockenen Humor bis zur letzten Seite hin für Amusement und beste Unterhaltung sorgen, ohne den Mord und seine Aufklärung in den Bereich des Slapstick abrutschen zu lassen. Am Rande ist zu erwähnen, dass mit gleicher leichter Hand auch die Stadt Köln und ihre spezielle Mentalität als Handlungsort fassbar in den Raum tritt, ohne zu sehr auf einem vermeintlichen Lokalkolorit herum zu reiten.
Fazit
Wie in einem guten Film ist das Buch szenisch aufgebaut und ihm angemessen Tempo jeweils erzählt. Das überraschende und erst im Nachhinein nachvollziehbare Ende, die Entlarvung des eigentlichen Täters, zeigt, dass Thomas Kastura nicht assoziativ vor sich hin geschrieben hat, sondern durchaus planvoll sein sprachlich und handwerklich hervorragendes Buch konzipiert hat. Beste Unterhaltung ist garantiert.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 02. Oktober 2010

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