Paolo Giordano: Die Einsamkeit der Primzahlen

Die Einsamkeit der Primzahlen

Verlag: Karl Blessing Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-89667-397-8

Preis: 1,20 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2016]
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Alice hasste das Schifahren, und sie hasste es noch mehr als sie als kleines Mädchen im Schnee liegen blieb und seit dem ein lahmes Bein hinter sich herziehen musste. Nie hat sie ihrem Vater vergeben, dass er sie dazu gezwungen hatte.
Mattia hatte eine Zwillingsschwester, die geistesbehindert war und weil er sich so für sie schämte, ließ er sie allein im Park und ging allein auf die Geburtstagsfeier eines Schulkollegen, als er zurück ging um Michela zu suchen, war sie verschwunden.

Diese zwei Ereignisse in den Leben dieser jungen Menschen haben sie für immer verändert. So wie Alice es treffend auf den Punkt brachte "Mattia verweigert die Welt, und sie wurde von der Welt verweigert". Während sie verzweifelt versucht, Anschluss an eine Mädchenclique zu finden, versucht Mattia sich unsichtbar zu machen und verletzt sich selbst.
Er ritzt sich und Alice beginnt zu hungern.
Als die beiden sich mit 15 kennenlernen, fühlen sie sofort diese merkwürdige Verbundenheit, aber gleichzeitig begreifen sie, dass sie nie zusammen kommen können, ihre Einsamkeit, die wie eine Wand um sie herum steht, verhindert das. "Wie ein Primpaarzwilling, das stets durch eine andere Zahl getrennt ist", wie Mattia feststellt.
Beide werden älter und versuchen am Leben teilzunehmen. Mattia flüchtet in sein Mathematikstudium, schließt es zügig ab und verschwindet dann ins Ausland, nachdem er vergeblich versucht hat Alice zu erklären, dass er wegen ihr bleiben würde. Alice schaukelt durchs Leben, hat keine Ziele, und auch das Fotografieren ist irgendwie nur eine Notlösung und dann ist da auch noch der Kuss mit Mattia. Danach sollten sie sich 9 Jahre nicht mehr wiedersehen.
Giardano bedient sich einer sehr poetischen, einfachen und unaufdringlichen Sprache. In nicht überbordenden Gesten beschreibt das Leben zweier traumatisierter Menschen, die keinen Weg finden mit ihrer Geschichte umzugehen, als sich selbst zu bestrafen. Obwohl sie versuchen mit Menschen in ihrer Umgebung Kontakt aufzunehmen, geschieht doch nur, dass diese sich von ihnen abwenden. An Mattia prallen seine Eltern und seine wenigen Freunde ungehallt ab, und Alice lässt sich nur bedingt in Beziehungen ein um dann doch für sich zu bleiben.
Fazit
Ein Roman zum Genießen, schwelgen und traurig sein.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 14. September 2010

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