Simon Halo: Engel spucken nicht

Engel spucken nicht

Verlag: King only [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-00-027480-0

Preis: 4,39 Euro bei Amazon.de [Stand: 11. Dezember 2016]
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Elitesoldatin Anja wacht in einem Auswandererraumschiff nach einer langen Tiefschlafphase auf und weiss nicht warum. Als sie in die anderen Tiefkühlbehälter schaut, stellt sie fest, dass ihre anderen Kameradinnen und Kameraden tot sind. Gerätefehler, Bedienfehler oder gezielter Mord kann sie nicht erkennen. Die Umstände des Todes sind in jedem Fall merkwürdig. Nur eines ist klar. Sie ist allein auf diesem riesigen Schiff. Es bleibt ihr erst einmal nichts anderes übrig, als ihren programmierten Befehlen zu gehorchen. Sie setzt sich an eine Tastatur und logt sich im Zentralcomputer ein. Die Rechte als Administrator helfen ihr, das Schiff unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Kontrolle reicht jedoch nicht ganz aus. Irgendetwas geht in dem Schiff vor sich, dass sie nicht erklären kann.
Ebenfalls an Bord des riesigen Schiffs sind die Gebrüder Manfred und Thomas, ihres Zeichens Wartungsingenieure. Die beiden Männer machen nach ihrem Aufwachen die gleich Erfahrung wie zuvor Anja. Auch sie glauben, auf dem Schiff allein zu sein.
Zu Beginn scheint alles nach einem vorbestimmten, wenn auch mit Fehlern vorbelasteten Plan zu laufen. Dann erkennt Anja, dass man falsches Spiel mit ihr getrieben und sie hintergangen hat. Aus diesem Grund macht sie von den ihr eingeräumten Administratorzugriffen auf den Zentralcomputer Gebrauch. Sie versucht nicht nur ihr Leben, sondern das Schiff, die Mannschaft und die Auswanderer zu retten.
Ein weiterer Handlungsstrang der jedoch übergreifend ist, stellt die Veränderung von Menschen dar, die sich plötzlich nicht mehr in dem alten Körper wiederfinden, sondern als Kentaur, halb Mensch, halb Pferd. Mit diesen Wandlungen der Menschen geht aber auch eine Änderung der Menschen und deren Ansichten einher. Mit der Veränderung wird aus dem Bruder, dem Freund plötzlich ein Gegner, ein Feind. Alles was anders ist, muss bekämpft werden. Mit dieser Handlung bringt der Autor aber auch gleichzeitig den Leser zum Nachdenken.
Fazit
Das Buch ist gelungen geschrieben. Es zeigt aber auch, dass deutsche Autoren, weit ab von den grossen Verlagen und dem allgemeinen Überblick, gute SF schreiben können. Im Buch fühlt sich der Leser ähnlich wie Anja. Er reist mit ihr im Raumschiff, die Gefahr immer dabei. Deshalb sind Elitesoldaten an Bord. Sie sollen, wenn nötig, die Auswanderer zu den Sternen beschützen. Aber vor welcher Gefahr. Diese bleibt diffus und nicht greifbar. Ähnlich wie Anja kennt der Leser nur soviel, wie die Protagonisten und hat keine Ahnung, welche Überraschungen der Autor Simon Halo noch anzubieten hat. Nicht nur für Science-Fiction-Fans ist dieser an einen Krimi erinnernde Roman lesenswert. Simon Halo hat mich mit seinem Buch ehrlich verblüfft. Er geht anders an eine Geschichte heran, als sie zur Zeit überall Gang und Gäbe ist. Zudem streut er in die Erzählungen Rückblicke ein, die die Jetztzeit der Handlungsträger erklärbarer und verständlicher macht. Manch ein "Aha - so meint er das" rückt die Erwartungshaltung zurecht, führt sie aber auch auf falsche Bahnen. Aus diesem Grund ist die Handlung in Teilen immer wieder verblüffend anders. Die Figuren wurden glaubwürdig und mit viel Liebe in den Einzelheiten erschaffen. Die Eigenschaften stimmen mit lebenden Personen überein, so dass man sie als Menschen wie Du und Ich vorstellen kann. Nichts wirkt gekünstelt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 10. September 2010

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