Jessica Durlacher: Emotican

Emotican

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-257-23657-6

Preis: 11,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 01. Januar 1970]
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"Emoticon" ist bedrückend, verstörend und unheimlich, aber es ist in einer wundervollen Sprache geschrieben (sofern man das bei einer Übersetzung behaupten kann).
Nach nur mäßiger Begeisterung für Durlachers Debüt "Das Gewissen", war ich mir bei "Emoticon" nicht sicher, was mich erwartet. Aber ihre Schreibweise in diesen Roman ist soviel klarer und poetischer als bei "Das Gewissen", dass das Lesen, obwohl man weiß, worauf diese Geschichte hinaus läuft, Spaß macht.
In "Emoticon" behandelt sie, sicherlich nicht als erste, den Palästina-Israel-Konflikt. Ihre beiden Protagonisten sind Daniel, ein niederländisch-jüdischer Teenager und Aisha, eine radikale 26jährige Palästinerin. Währen Daniel ein behütet und sorgenfreies Leben in den Niederlanden lebt, ist Aishas Leben im Grenzgebiet rein vom Hass gegen die Juden erfüllt, sie macht keine Abstriche, sie hasst einfach alle Juden, für das, was die ihrem Volk angetan haben. Gleichzeitig möchte sie aber nicht nur ihrem Volk helfen, sie will auch für sich Ruhm und Ehre haben, und wie könnte das besser geschehen (und diesen Gedanken hat sie wohl mit allen Selbstmord-Attentätern gemein) als ein Exempel zu statuieren, ein wirkungsvolles, eins das den Juden Angst einjagt.
Daniel beschließt, nachdem ihm das Herz gebrochen wurde, sein Vaterland und seinen Vater zu finden und kennenzulernen. Er wird einer freiwilligen Organisation der israelischen Armee beitreten.
Andere Hauptdarsteller in diesen Roman, der auch ein Generations-Roman ist, sind Ester und Lola. Lola ist Daniels Mutter, die als junge Frau im Kibbuz schwanger geworden ist. Ester ist eine ruhlose Mitt-30er auf der Suche, aber wonach genau... sie weiß es nicht. Aber nach dem sie in Jerusalem nur knapp einem Anschlag entgangen ist, verfolgt sie eine Angst und Beklemmung, die mit Daniels Reise nach Israel seinen Höhepunkt findet. Sie soll dort auf ihn aufpassen.
"Emoticon" ist ein Buch über Unschuld, Rache, Täuschung und unbändigen Stolz. Es beschreibt Schmerzen, Kummer und Gewalt.
Der Leser wird sich zwangsläufig auf eine Seite gezogen fühlen. Man kann nicht unparteiisch bleiben, auch wenn man im realen Leben ein gemeinsames Land für alle als die beste Lösung erachtet.
Fazit
Lesenswert und es wird einen lange begleiten...
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 11. August 2010

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