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Bei einem Amoklauf an der Garvin-Highschool ist Valerie schwer verletzt worden.
Der Amokläufer, der mehrere Menschen tötete und sich anschließend das Leben
nahm, war Nick, Valeries Freund. Nachdem die körperlichen Wunden verheilt sind,
hat Valerie nun Angst davor, an ihre alte Schule zurückzukehren und den
Überlebenden des Amoklaufs gegenüberzutreten. Inzwischen wissen alle an der
Schule, dass Nick und Valerie oft über den Tod und über Selbstmord gesprochen
haben. Die beiden führten eine Hassliste mit Namen von Schülern, die getötet
werden sollten. Was sollen ihre Mitschüler von Valerie halten - ist sie Opfer
des Amoklaufs, war sie Mittäterin? Lehrer und Eltern stehen reichlich hilflos
vor der Entscheidung, ob man Mitschülern zumuten kann, gemeinsam mit Valerie in
einer Klasse unterrichtet zu werden. Eine alles andere als normale Situation für
die Beteiligten. Am Beginn jedes Kapitels wird in einem Zeitungsausschnitt ein
toter oder verletzter Schüler vorgestellt. Die mit jedem Kapitel wachsende Zahl
der Opfer hängt wie ein Fallbeil über der Handlung. Mit dieser Technik erzeugt
Jennifer Brown ein Gefühl der Bedrohung beim Leser, für den es nicht leicht zu
ertragen ist, von immer neuen Toten, Verletzten und trauernden Angehörigen zu
lesen.
In Rückblenden läuft der Tag des Amoklaufes noch einmal ab. Nick war Valeries "Zuflucht in einer beschissenen Welt", ein zu Beginn seiner Schulzeit stiller, dünner Junge mit miesen Klamotten, ein uncooler Typ. In der Zeit vor dem Amoklauf hatte Valerie den Eindruck, dass Nick mit den falschen Leuten rumhängt, sich immer stärker von ihr entfernt. Hätte sie merken müssen, dass das Geplänkel um den Tod für Nick längst kein Spiel mehr war, dass Nicks Gedanken sich längst um seinen eigenen Tod drehten? Die Hassliste war ursprünglich Valeries Idee; sie trug in ihr rotes Heft außer Haarspray und Algebra alle Mitschüler ein, die sie blöd anredeten. Wie konnte sie ahnen, dass Nick die Liste ernst nehmen würde! Valerie kann sich nur schwer eingestehen, dass sie damals ihren schlimmsten Plagegeistern den Tod wünschte. An der Garvin-Highschool ist nur äußerlich Normalität eingekehrt; Sicherheitskräfte kontrollieren nun die Zugänge und die Schultaschen. Dem Direktor Mr. Angerson liegt besonders daran, nach außen den guten Ruf der Schule wiederherzustellen. Niemand wagt auszusprechen, dass Valerie und Nick an der Schule gemobbt wurden. Hätte Mr. Angerson die Tat verhindern können, wenn er schon früher so konsequent durchgegriffen hätte wie nach der Tat? Etwas Unerwartetes geschieht: ein neutraler Schüler ergreift das Wort und Jessica stellt sich auf Valeries Seite - Jessica, von der Valerie das nie erwartet hätte. Bis Valerie sich zu Hause endlich nicht mehr als die Leidende inszeniert, hat sie gemeinsam mit ihrem Psychotherapeuten einen langen, schmerzhaften Weg vor sich. Auch andere Hinterbliebene trauern um einen geliebten Menschen. Valerie erkennt, dass es einigen Betroffenen sehr wichtig ist, einen Schuldigen zu nennen; eine Witwe zeigt große Erleichterung, dass der Täter nicht überlebt hat. Eine sehr positive Botschaft vermittelt der Therapeut Dr. Hieler mit seinem Leitspruch: was auf den Tisch muss, kommt auf den Tisch. Brown zeigt mit ihrem Jugendroman auf sehr direkte Art: eine ambulante oder stationäre Psychotherapie ist OK. Zum Schluß, der mit einer gehörigen Portion an amerikanischem Pathos aufwartet, haben sich viele, die den Tag des Amoklaufs miterlebten, vom Wunsch befreit, einen Schuldigen für die Tat verantwortlich zu machen. Es gibt viele Opfer - und eine Person, die Valerie so bald nicht verzeihen wird. Fazit
Valeries schweren Weg zurück in den Schulalltag, sowie den Umgang der
Überlebenden mit Angst, Wut, Scham und Trauer lässt Jennifer Brown ihre Leser
intensiv miterleben.
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