Kitty Sewell: Erbschuld

Erbschuld

Verlag: Bastei Lübbe [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-7857-6026-0

Preis: 16,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. Dezember 2016]
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Während Kitty Sewells Debütroman "Zeit der Eisblüten" mich nicht wirklich zu überzeugen vermochte, kann ich "Erbschuld" nur empfehlen.
Im Mittelpunkt des Romans steht die 43-jährige Psychotherapeutin Madeleine, deren Ehemann acht Jahre zuvor bei einem Orkan ums Leben gekommen ist. Daraufhin verließ sie ihre Heimat Key West und kehrte in die britische Seestadt Bath zurück, in der sie einen Teil ihrer Kindheit verbrachte. Dort lebt auch ihre schizophrene und hellseherisch begabte Mutter Rosaria, eine kubanische Vodoopriesterin, die in einem Heim untergebracht ist. Auch Madeleines Vater, ein egozentrischer Maler, der seit langem mit einer anderen Frau verheirat ist, hat in Bath seinen Lebensmittelpunkt.
Madeleine hat sich in ihrem neuen Leben eingerichtet; aber ihre selbstauferlegten Regelwerke geraten ins Wanken, als eines Tages eine junge Frau in ihrer Praxis auftaucht. Es handelt sich um Rachel, eine ehemalige Prostituierte, die vordergründig Hilfe sucht, um ihre sexuellen Hörigkeit überwinden zu können. Schon bald findet Madeleine heraus, dass Rachel große Angst vor ihrem ukrainischen Liebhaber Anton hat. Dieser droht, ihr den gemeinsamen Sohn zu entziehen. Nach und nach erkennt Madeleine, dass es sich bei Rachel um ihre eigene Tochter handeln könnte. Um das Kind, das sie als sehr junges Mädchen bekam und auf Drängen anderer zur Adoption freigeben musste.
Kitty Sewell gelingt es, den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrechtzuerhalten, die allmähliche Entschlüsselung der Geheimnisse aus der Vergangenheit sind ebenso folgerichtig beschrieben wie die große Macht von Schuld und Liebe. Erwähnenswert sind auch weitere gelungene Details. Außergewöhnlich interessant finde ich zum Beispiel die Beschreibung von Ameisen, die Madeleine seit ihrer Kindheit genauestens beobachtet und die ihr bevorzugtes Malobjekt sind. Auch Randfiguren, wie der psychotische - deutlich an Hannibal Lecter angelehnte - Mörder Edmund Furie, den Madeleine allwöchentlich im Gefängnis besucht, sind der Autorin perfekt gelungen und tragen zur Handlungsverdichtung bei.
Fazit
Fazit: Dieser ideenreiche Roman ist bestens für zwei bis vier Nachmittage oder Sommerabende geeignet.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Heide John [Profil]
veröffentlicht am 22. Juli 2010

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