Gunter Dueck: Omnisophie

Omnisophie

Verlag: Springer Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Sachbuch
ISBN-13 978-3-540-43623-2

Preis: 8,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 30. September 2016]
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Der Buchtitel erweckt mehr Zweifel als Hoffnung, das der Inhalt diesem hohen Ziel gerecht wird. Selbst der Autor sieht dies ein und weist mehrfach auf einen zweiten und dritten Band hin, der noch zu schreiben ist.
Was will der Autor? Eine Philosophie für alle und alles? Eine Formel zum glücklich werden für alle und gar Glückseligkeit für den ganzen Kosmos? Auch wenn es zunächst so ausschaut; hier ist kein Scharlatan am Werk, sondern jemand der mit beiden Beinen fest am Boden steht. Allerdings im Spagat, denn das eine Bein "denkt" wissenschaftlich universitär und das andere eher konzernstrategisch.
Die Sinnfrage des heutigen Menschen wird im ersten Kapitel umfassend dargestellt und dient neben dem zweiten Kapitel mit Wegweisern und Grundprinzipien als gute Einführung zu den weiteren Überlegungen. Das dabei festzementiertes Altwissen wie die Maslow'sche Bedürfnispyramide nicht nur angezweifelt, sondern geradezu in die Luft gesprengt wird, zeigt das es dem Autor ernst ist mit seiner Vorstellung vom modernen Menschen.
Die daran anschließenden Kapitel beschäftigen sich sehr intensiv mit der Art des Menschen zu Denken und zu Handeln. Dabei (er)findet der Autor drei Schubladen für wahre, richtige und natürliche Menschen. Stark vereinfach in einem Satz wiedergegeben: Wahre Menschen pflanzen Bäume der Erkenntnis, natürliche naschen hie und da davon und richtige verarbeiten die ganze Ernte zu Kompott und überlegen ob sie den Stamm nicht in einen Wohnzimmerschrank verarbeiten sollen.
Die Einteilung und Katalogisierung dominiert das ganze weitere Buch über und wirkt zeitweise zu lehrerhaft, erziehend. Man möchte dem Autor zurufen: "Ich hab es ja verstanden, kommt zu den nächsten wichtigeren, spannenderen Punkten; ich will nicht auf Band zwei warten."
Fazit
Gunter Dueck schreibt mit vollem Einsatz. Familie, Universität und Firma werden immer zum plastischen lebensnahen Beispielen herangezogen. Seine Thematik ist nicht neu, Dietrich Dörner ("Logik des Misslingens"), Douglas Hofstadter ("Gödel, Escher, Bach"), Stanislaw Lem ("Kyberiade"), Frederic Vester ("Vernetztes Denken") und andere weiden ebenfalls auf dieser Wiese. Aber das Buch überschreitet feine unsichtbare Grenzen, zeigt neue Ideen und Möglichkeiten auf. Es bleibt zu hoffen, das der Autor sein Versprechen wahr macht und einen zweiten Band folgen lässt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Lothar Hitzges [Profil]
veröffentlicht am 20. Juli 2003

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