Beatrix Gurian: Prinzentod

Prinzentod

Verlag: Arena Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-401-06215-0

Preis: 8,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 01. Oktober 2016]
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Die 17-jährige Lissy verbringt - da ihr Vater auf See ist - einige Zeit im Sommer bei ihrer Freundin Bernadette und ihrer - sehr reichen - Familie. Sie stößt sehr schnell darauf, dass deren Beziehungen untereinander nur als explosiv bezeichnet werden können. Neben Bernadette bewohnen deren Mutter Brigitte, Bruder Nico und die ältere Schwester Vio die Villa. Die Jugendlichen haben alle ein sehr gespanntes Verhältnis zu ihrem Stiefvater Kai. Dieser ist jung, attraktiv und wird von seinen Stiefkindern verdächtigt, die Mutter Brigitte nur ihres Geldes wegen geheiratet zu haben. Zudem flirtet er immer mit jungen Mädchen herum. Auch Lissy, aus deren Perspektive in Ich-Form der Thriller ezrählt wird, erliegt binnen kurzem seinem Charme. Doch sie hat Gewissensbisse gegenüber ihrer Freundin und deren Familie und beendet die Beziehung zu Kai. Kurz darauf erhält sie einen Anruf von ihm, kann aber nur die Worte "Hilf mir" und "hasst dich" verstehen. Voller Sorge sucht sie auf die Suche nach Kai, der mittlerweile vermisst wird. Sie findet ihn tot in der Badewanne in seiner Wohnung. Unfall oder Mord?

Der Thriller ist spannend geschrieben, die Autorin versteht in dieser Hinsicht ihr Handwerk. Der Leser wird bis zur letzten Seite mitgerissen, fiebert der Lösung des Falles entgegen.

Leider ist dies aber auch alles, was aus meiner Sicht positiv zu diesem Buch zu sagen ist. Zum einen wirken die Charaktere nicht ausgefeilt, sondern klischéehaft, die Entwicklung der Charaktere wirkt unglaubwürdig.

Zum zweiten ist die Auflösung, das Ende des Thrillers, nicht glaubwürdig genug gestaltet. Das - äußerst actionhafte Ende - wirkt unglaubwürdig, die Auflösung ist vorhersehbar, das Motiv des Täters bleibt völlig im Dunkeln. Was den Täter zu seinen Aktionen getrieben hat, bleibt ebenso offen wie dessen charakterliche Entwicklung aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar ist. Und die Moral von der Geschichte: "Jedes Mal, wenn ich hier....zwischen den freundlich lächelnden, cappucinoschlürfenden, hundestreichelnden, fröhlich eisessenden Menschen sitze, dann frage ich mich, ob sie unterscheiden können zwischen dem, was gut und was böse ist. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es darauf nur eine einzige Antwort geben kann: wir werden es niemals wissen." (S. 236).

Aha, das war also die "Moral" dieses Thrillers. Etwas (zu) wenig. Ein spannendes Buch soll packen, soll die Motive der Tat verständlich machen, wenn eine Auflösung des Verbrechens angeboten wird. Aber hier beschleicht mich das Gefühl, als ob das Ende einfach "angehängt" wurde. Durfte der Thriller nicht mehr als rund 250 Seiten umfassen? Etwas ratlos bleibt der Leser mit der Auflösung des Falles zurück, weil die Motive des Täters nicht nachvollzogen werden können. Er ist eben böse, dies ist nicht zu ändern. Der Thriller bleibt auf dem reinen "Who done it" Prinzip stehen, d.h. wir erfahren am Ende, wer der Täter - und mehreren verdächtigen Personen, deren Entwicklung ebenfalls zu klischéehaft und nicht nachvollziehbar ist - ist. Und das war es dann.
Fazit
Nein, dies ist mir zu wenig. Spannung allein macht eben keinen guten Krimi oder Thriller aus. Schade.
4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne

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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 20. Juni 2010

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