Sebastian Fitzek: Der Augensammler

Der Augensammler

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-426-19851-3

Preis: 5,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 06. Dezember 2016]
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Der Anfang ist der Beginn vom Ende

Sebastian Fitzek schreibt in einer Art und Weise, die es sogar zum Vergnügen macht, die Danksagungen am Ende des Buches nicht zu überschlagen. Endlich wird anschaulich klar, wie viele Menschen mit Engagement und Kompetenz an der Entstehung eines solchen Buches beteiligt sind.

Eines Buches, dass mit dem Epilog beginnt und mit dem Prolog endet, dessen Seitenzahlen dementsprechend konsequent bei 442 anfangen. Seite für Seite entfaltet Fitzek vom ersten Augenblick an in kurzen Sätzen und ebenso kurz gehalten Kapiteln die Geschichte des "ältesten Spieles der Welt", Verstecken, auf eine ganz neue Art.

Der Augensammler tötet die Mutter, entführt das Kind, gibt der Leiche der Mutter eine Stoppuhr in die Hand, die dem verzweifelten Mann und Vater, sobald er den grausigen Ort des Geschehens betritt, noch genau 45 Stunden und 7 Minuten Zeit lässt, sein entführtes Kind zu finden. Punktgenau mit Ablauf der Frist stirbt das versteckte Kind durch eine Flutung des Verstecks mit Wasser. Nicht ohne zuvor das linke Auge des jeweiligen Kindes zu entfernen.

Alexander Zorbach, nach einem traumatischen Erlebnis aus dem Polizeidienst ausgeschieden und nun durchaus erfolgreicher Polizeireporter kommt dem "Augensammler" inmitten seiner privaten Scheidungskrise am Tag vor dem Geburtstag seines Sohnes auf die Spur. Mithilfe der blinden Alina und seines Voluntärs Frank gerät er wie in einen Sog in die Welt des Augensammlers hinein. Wird selbst zum Verdächtigen und sieht sich bedrängt von allen Seiten. Und die Zeit verrinnt für das letzte versteckte Kind.

Klar und einfach schreibt Sebastian Fitzek, er hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, nur kurz zu gegebener Zeit wirft er einen erläuternden Blick auf die Figuren und deren Geschichte, ansonsten ist die Abfolge von Jagen und gejagt werden der rote Faden, der das Buch in hoher Geschwindigkeit voran bringt.

Bis fast zum Ende hin bleibt offen, wer der Augensammler ist, was ihn zu genau dieser Art Verbrechen treibt und genauso lange verbleibt auch der Leser im Dunkeln. Ein Dunkel, dass die zweite Hauptfigur neben Alexander Zorbach gut kennt. Alina ist nach einem Unfall als Kind blind, aber dennoch sieht sie. Auf ihre Weise. Unter Schmerz erlebt sie regelmäßig Visionen. Visionen, die sie gemeinsam mit Alexander auf die richtige Spur bringen, obwohl diese Visionen völlig falsch gedeutet werden. Aber auch das wird erst zum Ende (oder, dem Duktus des Buches folgend, zum Anfang) hin deutlich.

Ebenso klar und einfach, wie die Geschichte ihren Fortgang nimmt, bringt Sebastian Fitzek seine Figuren nahe. Ohne große Schnörkel oder weitschweifige Erläuterungen werden die Charakterzüge der Protagonisten durch ihr Handeln deutlich, um dann, zu Zeiten, fast am Rande nur und auf das notwendigste an Information beschränkt, anhand prägender Lebensereignisse in diesen Charakterzügen verdeutlicht zu werden.

Ob der hervorragend entwickelten Geschichte, der überzeugend gestalteten Personen und der überraschenden Auflösung ist verzeihbar, dass der ein oder andere Impuls und Handlungsstrang ein wenig in der Luft hängen bleibt. Warum Alina nirgend gemeldet oder bekannt ist bleibt genauso offen wie die Begründung für ihre interessante Form der Haargestaltung. Nebensächlichkeiten letztendlich aber nur im Ablauf der Ereignisse.
Fazit
Ein echter Fitzek, überzeugend in der Grundidee und mit Tempo umgesetzt.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Abgeschnitten von Sebastian Fitzek (Biografie), Michael Tsokos
Amokspiel
Das Kind
Der Augenjäger
Der Augenjäger
Der Augensammler
Der Nachtwandler
Der Seelenbrecher
Die Therapie
Noah
P.S. Ich töte Dich
Passagier 23
Splitter
Splitter

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Vorgeschlagen von Michael Lehmann-Pape [Profil]
veröffentlicht am 01. Juni 2010

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