Timothée de Fombelle: Tobie Lolness. Ein Leben in der Schwebe

Tobie Lolness. Ein Leben in der Schwebe

Verlag: dtv [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-423-71412-9

Preis: 11,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 26. September 2016]
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Tobie ist exakt 1mm groß und lebt mit seinen Eltern im Geäst einer alten Eiche. Stellen Sie sich die gefährliche Situation vor, wenn Tobie plötzlich einer 2 ½ mm großen Ameise oder gar einem Käfer gegenüberstehen würde! Eine Weile hatte Tobie eine zahme Blattlaus als Haustier, auf der er ritt. Die winzigen Baumbewohner bohren sich Wohnhöhlen in die Baumrinde (ohne den Baum dabei zu verletzen) und bleiben am liebsten auf dem Ast wohnen, auf dem sie geboren wurden. Doch im Moment herrscht Unruhe zwischen den Eichenblättern; denn Tobies Vater Sim Lolness hat sich beim einflussreichen Jo Mitch unbeliebt gemacht. Sim entdeckte, dass der im Baum zirkulierende Saft Lebensgrundlage für den Baum und damit für alle Bewohner ist. Vater Lolness als Wissenschaftler hat das Ökosystem Baum, das fein austarierte Zusammenwirken aller Baumbewohner im Blick. Der Schutz des Baumes und die geschäftlichen Interessen des Bauunternehmers und des Rüsselkäferzüchters lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Damit Jos Bauarbeiten ungestört fortgesetzt werden können, verbannt man die Familie Lolness ins abgelegene Onessa ins Exil. Als Tobies Familie bereits 5 Jahre in der Verbannung lebt, kommt es bei einer Rettungsaktion für die Eltern Lolness zu einer spannenden Verfolgungsjagd quer durch die Baumkrone, in deren Verlauf Tobie seinen besten Freund aus den Händen der Mitch-Bande befreien muss und selbst Unterstützung durch das Mädchen Elisha erfährt. Am Ende des ersten Bandes hat Tobie eine erste Vorstellung davon erhalten, wie die Welt außerhalb seines gewohnten Baumes sein könnte - und der Leser die Gewissheit, dass es eine Fortsetzung von Tobies Abenteuern geben wird.

In Rückblenden erhalten wir Einblick in Geschichte und Kultur der Baumbewohner. Nachbar Vigo Tornett erzeugt Larvenmilch, die er seiner Blattlausherde abzapft. Tornett steht für die Baumbewohner, die in schwierigen Verhältnissen leben müssen; er scheint schlimme Erinnerungen zu haben und bewohnt eine feuchte, ungesunden Region des Baums. Für die umfangreichen von Jo Mitch geplanten Baumaßnahmen werden Rüsselkäfer als Arbeitstiere eingesetzt, die mit ihren Kauwerkzeugen das Holz bearbeiten. Die Rüsselkäfer stellen eine ernste Gefahr für die Gesundheit des Baumes dar, denn sie fräsen leicht einmal zu viel heraus, wenn sie nicht ständig exakt bei der Arbeit überwacht werden.

Als neutraler Erzähler führt uns Timothée de Fombelle in eine Baumkrone, eine Umgebung, die zunächst kaum etwas Phantastisches zu verbergen scheint. In verschachtelten Rückblenden kommt allmählich die Vorgeschichte des aktuellen Konflikts zutage. Die zahlreichen Rückblenden sind nicht leicht zu durchschauen und fordern die Konzentration des Lesers heraus. Im ersten Band werden die drohende Überbevölkerung im Baum und die geplanten Baumaßnahmen noch als gegeben dargestellt, ohne dass der Autor genauer auf die Gründe eingeht. Die Illustrationen zeigen uns die Baumbewohner als Menschen wie du und ich. Uniformen und martialisches Auftreten der Mitch-Gruppe weisen in den Zeichnungen deutlich auf eine Diktatur hin.
Fazit
Lolness ist auf dem Weg, ein zeitloser Jugendbuchklassiker für Leser ab 12 Jahren zu werden und auch Erwachsene zu begeistern. Besonders von der mutigen, geschickt taktierenden Elisha möchte ich gern mehr lesen.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 24. Mai 2010

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