Frank Festa: Lovecrafts dunkle Idole: Horrorgeschichten

Lovecrafts dunkle Idole: Horrorgeschichten

Verlag: Festa Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-935822-38-1

Preis: 149,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 11. Dezember 2016]
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H. P. Lovecraft (1890-1937) gehört zu den wichtigsten Autoren der modernen unheimlich-phantastischen Literatur. Im Sinne von Todorow meint Phantastik hier das Eindringen des Unheimlichen in unsere reale Welt, die kein märchenhaftes "selbstverständliches" Nebeneinander von natürlichen und übernatürlichen Phänomenen bedeutet. Neben Edgar Allan Poe, Ambrose Bierce, Algernon Blackwood (den ich besonders schätze) aber auch Sheridan LeFanu, M.R. James, Henry James, R. H. Malden oder Isaac Asimov (der neben Science-Fiction auch Gespenstergeschichten schrieb), gehört Lovecraft zu den bedeutensten Vertretern der Phantastik. Er hat immer im Schatten von Poe und Bierce gestanden und noch das "Lexikon der Phantastischen Literatur" (hrsg. von Rein A. Zondergold) wertet seine Werke - im Vergleich zu den beiden anderen genannten Autoren - eher ab. Dennoch wird er inzwischen wieder entdeckt. Sein "Museum des Grauens" und weitere phantastische Geschichten wurden in der Phantastischen Bibliothek des Suhrkamp-Verlages veröffentlicht und kürzlich ist eine hervorragende, bei Buchtips.net auch gut besprochene Biographie über Lovecraft im Festa Verlag veröffentlicht worden ("H.P. Lovecraft - Eine Biographie"), die seiner Bedeutung endlich gerecht wurde.
Lovecraft war sehr arm. Sein Ruhm als "Meister des Makabren" ist ständig gewachsen. Seine etwa 50 Kurzgeschichten und 12 längeren Erzählungen veröffentlchte er in Magazinen. Doch woher bezog er seine Quellen? Welche Geschichten faszinierten ihn, den "Meister des Horrors?" Es sind - wie hier gezeigt wird - zahlreiche Autoren, deren Erzählungen hier z.T. erstmals in deutscher Übersetzung vorliegen, etwa "Das Haus im Sturm" von Matthew Phipps Shiel, "Der Abdruk der Hand" von Maurice Level und zahlreiche andere Autoren. Der Herausgeber, Frank Festa, gibt zu jeder Geschichte und ihrem Autor eine kurze kompetente Einführung. So wird nicht nur der Einfluß der Autoren auf Lovecrafts Werke deutlich, sondern diese hervorragenden und zu unrecht vergessenen Autoren werden wieder neu entdeckt und für den deutschen Sprachraum erschlossen. Dafür gebührt dem Herausgeber Dank. Dass nebenbei auch Lovecrafts Bedeutung hervorgehoben und seine literarische "Abwertung" durch das "Lexikon der Phantastischen Literatur" - die meines Erachtens zu Unrecht erfolgte - relativiert wird, ist ein weiterer wichtiger Aspekt dieser verdienstvollen Anthologie.
Fazit
Ein hervorragendes Leseerlebnis für Liebhaber der unheimlich-phantastischen Literatur. Unbedingt lesenswert!
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 10. Juli 2003

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