Oliver Uschmann: Wandelgermanen

Wandelgermanen

Verlag: Fischer Taschenbuchverlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-596-17248-1

Preis: 8,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 28. September 2016]
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Der ganz normale Wahnsinn in deutschen Laubwäldern: Menschen mit Insekten im Gesicht laufen barfüßig durch den Dornenbusch während die Amerikaner, die eigentlich deutsches Paramilitär sind, mit ihren Maschinenpistolen einen Kiosk zerlegen. Und das alles nur, weil Hartmut auf Ebay ein Haus für 8000 Euro geschossen hat.
Bei wem es trotz des aberwitzigen Szenarios jetzt im Oberstübchen sturmklingelt, mag sich mit einem breiten Grinsen an die Bücher "Hartmut und ich" und "Voll beschäftigt" erinnern. "Wandelgermanen" ist nichts weiter als der dritte Roman um die Bochumer Chaos-WG, die jetzt absolut im Wald steht. Für ein paar tausend Euro verscheuert auf Ebay irgendjemand ein nettes Fachwerkhaus in einem ruhigen Dörfchen und Hartmut schlägt sofort zu, so dass die Ruhrpott-WG die Kartons packt. Bei besagten Landhausidyll angekommen sind bald alle Hoffnungen auf einen baldigen Einzug eben so schnell verflogen, wie die Frauen der beiden Protagonisten: eine Bruchbude, die selbst die Neandertaler nicht freiwillig bezogen hätten. Doch Hartmut und der namenlose Ich-Erzähler kneifen die Backen, trotz gelegentlicher Krämpfe, zusammen und wollen die Ruine sanieren. Auf dieser Mission begegnen sie den schrägsten Vögeln überhaupt: den Wandelgermanen. Diese schuhlosen Hinterwäldler schauspielern das Nibelungenlied und Baden ihre Füße beim Essen. Schlimmer ist da nur der Baumarkt in Schwäbisch Hall...
Fazit
Geistiger Vater dieser absolut durchgedrehten, im Bermudadreieck von Baumarkt, Ämterfluren und dem Ragnarök ablaufenden Schnitzeljagd ist der Ex-Paketpacker, Visions-Mitarbeiter und Romanautor Oliver Uschmann. Er verschmilzt in seinem Roman die schärfsten Beobachtungen mit unglaublich abgedrehten Szenarien und reizt dabei die Lachmuskeln bis aufs Äußerste. Manchmal leidet das Niveau etwas unter dem nächsten Lacher, oder es rutscht ein unkontrolliertes "das glaub’ ich jetzt nicht" über die Lippen des Lesers. Aber wer lacht nicht auch manchmal bei "Der nackten Kanone" über die absolute Absurdität des ganzen? Eben. Und zwischendurch gibt es Lebensweißheiten serviert. So wird die Frage aller Fragen, also die nach einem Gott, zufriedenstellend beantwortet. Und das Beste ist, viele werden sagen: Ich hab’s gewusst!
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Vorgeschlagen von Sterereo [Profil]
veröffentlicht am 21. März 2010

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