Kerstin Gier: Saphirblau

Saphirblau

Verlag: Arena Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-401-06347-8

Preis: 16,99 Euro bei Amazon.de [Stand: 28. September 2016]
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Der zweite Band von Kerstin Giers Trilogie beginnt mit einem Prolog, der im Jahre 1602 angesiedelt ist und führt die Leser sofort mitten in die ereignisreiche, spannende Welt der Zeitreisenden. Man muss den Vorgänger "Rubinrot" nicht gelesen haben, um sofort dem geschickt konstruierten Spannungsbogen zu verfallen. Sollte es aber, denn Rubinrot ist ebenfalls ein wunderbar geschriebener Roman, dessen Bann sich nicht nur jugendliche Leser kaum zu entziehen vermögen.
Die 16-jährige Gwendolyn Shepherd plagt sich mit den gleichen Dingen wie ihre Altersgenossen: Sie muss für die Schule lernen, hat Freunde und "Feinde", schwelgt in den intensiven Gefühlen des ersten Verliebtseins und leidet unter den damit einhergehenden Zweifeln, Verwirrungen und dem oft unerklärlichen Verhalten Gideons, der sie mal hingebungsvoll küsst und sich dann wieder ausgesprochen ablehnend verhält.
Was Gwendolyn jedoch gravierend von Gleichaltrigen unterscheidet, ist ihr - im ersten Band entdecktes - Zeitreise-Gen. Abgesehen davon, dass es gar nicht so leicht ist, sich plötzlich in einem anderen Jahrhundert wiederzufinden und sich dessen Gepflogenheiten anpassen zu müssen, hat Gwendolyn eine große Aufgabe zu erfüllen: Sie ist der Rubin im Kreise der Zwölf. Gemeinsam mit dem schwer zu durchschauenden zwei Jahre älteren Gideon de Villiers, dem Diamant, reist sie durch die Zeit, um Lucy und Paul zu finden, die im Verdacht stehen, den Chronografen gestohlen haben.
Kerstin Gier hat einen intelligenten Roman geschrieben, der Jugendliche ernstnimmt und ihnen auch zutraut, sich mit Shakespeare, geheimen Logen, dem Grafen von St Germain und in dieser Generation nicht ganz so gängigen Songs wie "Don't cry for me Argentinia", Bon Jovis "Hallelujah" zu beschäftigen. Ganz hervorragend ist auch der Dialog der beiden Protagonisten in deren Verlauf die "Romane" "Amethystschnee" und "Die Bernsteinlawine" vorkommen. Für den Einfallsreichtum der Autorin spricht nicht nur das Panoptikum aus unterschiedlichste menschlichen und nichtmenschlichen Figuren - und hier ist vor allen Dingen der unglaublich putzige, sprachkreativ witzige Wasserspeierdämon Xemerius zu erwähnen. Originell fand ich persönlich auch den zu knackenden Code am Ende des Romans. Obwohl ich zwei Anläufe brauchte, weil mich der erste zu dem Wort "ihrsnegraf" brachte...
Sehr einfallsreich sind auch neue Worte wie elapsieren, die vermutlich umgehend in den Sprachgebrauch eingehen werden...
Fazit
Die Mischung aus temporeicher Spannung, Liebe, Intrigen, Rätseln und Sprachwitz sorgt dafür, dass man den Roman nicht aus der Hand legen kann, bevor die letzte Seite gelesen ist. Man möchte wissen, was geschehen wird, wenn das Blut aller Zeitreisenden im Chronografen versammelt ist. Und man will wissen, warum Gideon sich Gwen gegenüber streckenweise so ablehnend verhält. Und man muss wissen, wie sich schlussendlich alle Fäden verknüpfen. Genau diese im Leser erzeugte Neugierde macht einen guten Roman aus. Aus diesem Grund freue ich mich schon jetzt auf Smaragdgrün.
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Vorgeschlagen von Heide John [Profil]
veröffentlicht am 09. Februar 2010

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