Patrick Ness: New World. Das dunkle Paradies

New World. Das dunkle Paradies

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-473-35310-1

Preis: 7,77 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2016]
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In New World kann jeder hören, was Männer und Tiere denken. Frauen können ihre Gedanken, Ängste und Träume vor anderen verbergen. Der junge Todd ahnt, dass Bürgermeister Prentiss und seine Anhänger deshalb alle Frauen töten ließen, weil sie fürchten, dass Frauen sich zusammenschließen, sich lautlos an Prentiss Soldaten anschleichen und damit seine Herrschaft über Prentisstown gefährden könnten. Prentiss, der sich nun Präsident nennt, verspricht sich von Todd Unterstützung bei der Erschaffung seiner neuen Welt. Das Prentiss-Regime hat Todd in seiner Hand, weil der Junge nicht verbergen kann, dass er sich um das Mädchen Viola sorgt. Viola war im ersten Band New World. Die Flucht als einzige Überlebende eines Luftschiff-Absturzes von Todd gefunden worden.

Ledger, den abgesetzten Bürgermeister, hält Prentiss gefangen. Todd teilt sich einen Raum mit Ledger und erfährt von ihm die Vorgeschichte des Kriegs um New Haven, die Kapitulation der Stadt gegenüber Prentiss und Einzelheiten über ein Medikament gegen den "Lärm", dessen Ausgabe Prentiss kontrolliert. Prentiss zeigt sich als unberechenbare, machtgierige Jekyll-Hyde-Figur, die Todd gegenüber den Fürsorglichen mimt. Todds Aufgabe ist es, zusammen mit Prentiss Sohn Davy die Spackle zu kontrollieren, eine Spezies, die von Prentiss Leuten versklavt und wie ein Art Tiere gehalten wird. Todd muss einsehen, dass er hier nur überleben wird, wenn er zumindest vorgibt, er habe sich den Machthabern angeschlossen.

Völlig getrennt von der Welt der Männer lebt Viola inzwischen in einem "Haus der Heilung" unter Führung der Mistress Coyle. Zu jeder Zeit die Militärpräsenz vor Augen, leben die wenigen überlebenden Frauen in Coyles Krankenhaus wie unter Hausarrest. Es ist nicht zu übersehen, dass mit dem Instrument "Wahlfreiheit zwischen männlichen und weiblichen Heilern" im Haus der Heilung Frauen als Bevölkerungsgruppe unter Kontrolle gehalten werden sollen. Coyle ist eine erbitterte Gegnerin von Prentiss und will sich Viola als wichtiges Pfand zunutze machen, wohl wissend, dass auch Prentiss Anspruch auf Viola erhebt. Todd und Viola werden gegen ihren Willen von zwei Gruppierungen instrumentalisiert, die sich einen erbitterten Kampf um die Herrschaft liefern. Prentisstown zeigt Merkmale eines totalitären Systems, das sich auf den Besitz eines knappen Gutes in der Hand der Machthaber stützt und auf die Ausbeutung einer Dienerkaste. Erst, als die Gewalt sich nicht mehr aufhalten lässt, erkennen Todd und Viola die Zusammenhänge. Es kommt zu einem erbitterten Krieg um Prentisstown mit zahlreichen Opfern und schließlich zu einer spannenden Schlussszene mit großen Gefühlen.

Sehr angenehm für den Vielleser empfinde ich das kurze Kapitel, das die Ereignisse des ersten Bandes zusammenfasst. Wie auch im ersten Band hat mich besonders die von den Bewohnern selbst nur schwer zu kontrollierende unbewusste Kommunikation in New World angesprochen. Todd und Ledger sind aufeinander angewiesen, nähern sich zögernd einander an - und doch bemühen sich beide Männer, hinter dem "Lärm" einen Rest privater Gedanken vor dem Zimmergenossen zu verbergen. Todd findet im zweiten Teil der Trilogie zu seiner persönlichen Vorstellung von Menschenwürde zurück und wird sich im dritten Band vermutlich zwischen der vordergründigen Sicherheit, die ihm die Machthaber zu bieten scheinen, und seinen eigenen Wertvorstellungen entscheiden müssen.

Band 2 New World. Die Flucht
Band 3 New World. Das brennende Messer
Fazit
Insgesamt fand ich diesen Band etwas zu lang; die ungewöhnliche Art, in der in New World kommuniziert wird, dennoch sehr fesselnd.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 17. November 2009

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