Joan Aiken: Fanny und Scylla oder die zweite Frau

Fanny und Scylla oder die zweite Frau

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-257-22475-7

Preis: 0,54 Euro bei Amazon.de [Stand: 26. September 2016]
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Fanny heiratet mit 16 Jahren den alten Thomas Paget, einen widerwärtigen und grausamen alten Witwer, der Fanny nur wegen ihrer Jugend geheiratet hat. Fanny erlebt eine unliebsame und missgünstige Zeit, auch seine Stieftöchter, wovon zwei paar Jahre älter sind als Fanny und die kleine Patty mögen sie nicht wirklich. Fanny steht in der Familie hervor wie ein bunter Hund. Ihre Gutmütigkeit, Sanftheit und Intelligenz bilden einen frappierenden Kontrast gegen den grauen Alltag der Paget. Aber sie fügt sich dem Schicksal. In ihrer Nachbarin Liz findet sie ihren einzigen Trost, aber sie darf sie immer nur heimlich sehen.
Thomas Paget ist ein erfolgloser und feiger Mann, der einer Passpatrouille vorsteht, ihm gehen Gerüchte voraus, dass die erste Frau Paget durch seine Hände verstorben ist.
Die Nachbarn von Fanny sind ihr wohlgesinnt und wissen über ihre Qualen Bescheid. Als sie dann denn langersehnten Erben bringt, lässt Thomas sie in Ruhe, auch weil er sich mit der Pflegerin seiner alten Mutter, auf deren Rente er es abgesehen hat, einlässt.
Scylla und ihr Zwillingsbruder Cal sind entfernte Verwandte von Thomas Paget, die in Indien aufgewachsen sind aber wegen Aufruhren fliehen müssen und sich auf einen mühsamen Weg über Afghanistan, Iran und übers Mittelmeer nach England machen.
Scylla und Cal bringen die Wende in Fannys Leben. Sie erleben, wie schlecht Thomas ist und die Dinge eskalieren.
Aikens Geschichte ist voller Mystik und Spannung. Sie schafft es, dass eine Atmosphäre von Grusel und Horror aufkommt über die Rätsel der Todesfälle, u.a. den Tod ihres Sohnes.
Aikens Erzählweise ist packend und mitreißend! Die Schilderung des alten Indiens und des Landweges nach England sind voller Fallen und Abenteuer. Ihr Charaktere sind hart gezeichnet. Es gibt keine fließenden Übergänge zwischen gut und böse. Auf der guten Seite stehen Fanny, Scylla, Cal und ihre Nachbarn. Auf der anderen Seite steht Thomas. Seine Töchter gehören weder da noch dort hin, sie bilden die gleichgültige Front. Die Sympathien des Lesers sind schnell verteilt.
Es ist die klassische Geschichte, dass einem, der nur böses tut, alles vergolten wird, ohne Erbarmen. Aber Thomas Paget entzieht sich dem und bringt sich um.
Worauf sich der Beisatz "oder die zweite Frau" bezieht, hat sich mir nicht erschlossen. Es ist zwar immer wieder die Rede vom mysteriösen Tod der ersten Mrs. Paget, aber gelöst wird das Rätsel nicht.
Fazit
Eine sehr gute Lese-Unterhaltung!
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne

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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 08. September 2009

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