Aminatta Forna: Abies Steine

Abies Steine

Verlag: Berlin Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-8270-0735-3

Preis: 7,60 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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Abie bekommt einen Brief aus Afrika, der sie über eine Plantage berichtet, die ihr gehört.
In Afrika erzählen ihr 4 Tanten von ihren Leben in Afrika. Der Roman ist in 3 Staffel geteilt, in der 1. Staffel berichten sie über die Kindheit, in der 2. Über Ehen und andere Entwicklungen und in der 3. Ziehen sie Resümee.
Sie erzählen von ihrem afrikanischen Leben und den unterschieden zu einem westlichen Leben. Auf der einen Seite steht das Okkultistische und Einfache, auf der anderen Seite das Rationale und Komplizierte. Teilweise werden amüsante Vergleiche gezogen, wie z.B. wie schwer es sich weiße Menschen machen: anstatt ein Bündel Bücher auf dem Kopf zu tragen, tragen sie ihn unter dem Arm und brauchen einen 2. Um ihnen Türen zu öffnen. Oder sie verwenden auf holpriger Straße einen Kinderwagen, anstatt das Kind im Tuch zu tragen.
Sie berichten von den politischen Umbrüchen, teilweise humorvoll (die erste Neuentwicklung vom Präsidenten war auf Links-Verkehr umzustellen, aber nicht die richtigen Busse zur Verfügung zu stellen, so dass man mitten in den Straßenverkehr aussteigen musste) und teilweise erschreckend. Die ersten Wahlen, zu denen niemand kam, und so eine der Tanten alle ihre Finger und Zehen herhalten musste, um die Urne zu füllen. Wahlen in den 90ern waren ganz anders, die Menschen waren eingeschüchtert, es war alles eine Farce!
Die Eindrücke und Geschichten sind spannend, aber meiner Meinung nach nicht gut erzählt. Die Erzählungen sind sehr oberflächlich und nur hin und wieder gehen sie tiefer. Aber die Autorin bleibt im Vagen. Sie spricht über die Probleme in Afrika, genitale Beschneidung, korrupte Politik, Rebellen, Genozid, Wahlbetrug, Polygamie und Rassismus. Aber auf nichts wird genau eingegangen, als ob eine Furcht sie davon abhalten würde, darüber zu reden. Lediglich die politischen Unruhen erwecken trotz karger Erzählweise Beunruhigung und Fassungslosigkeit.
Die Sprache gefiel mir auch nicht immer. Oft waren sind kurze abgehackte Sätze, die plötzlich beginnen und abrupt aufhören. So kommt man nie in einen wirklichen Lesefluss.
Trotzdem hab ich einen kleinen Einblick in Afrika bekommen. Wie es Frauen in einer Ehe mit einem Mann erging, der noch 10 andere Frauen hat, wie verloren man war, wenn der Ehemann einen nicht mehr wollte und sie "entließ". Alle 4 Tanten machen unterschiedliche Entwicklungen durch, 2 bekommen eine Ausbildung und die anderen beiden bleiben Analphabeten. Eine baut ihr eigenes Geschäft auf. Aber allen gemein ist, dass sie keinen Mann haben. Sie sind auf ihre Art und Weise selbstständig und stellen damit eine Besonderheit in einer Gesellschaft dar, in der alleinstehende Frauen ignoriert oder schlimmer bemitleidet werden.
Fazit
ganz nett
5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne5 Sterne

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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 26. August 2009

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