Ivana Jeissing: Felsenbrüter

Felsenbrüter

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-257-06687-6

Preis: 0,57 Euro bei Amazon.de [Stand: 26. September 2016]
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Ivana Jeissing wurde 1958 in Österreich geboren und verbrachte ihre Kindheit in Salzburg und Turin. Sie arbeitete viele Jahre als Regisseurin und Creative Directorin. Ihr erster Roman, ›Unsichtbar‹ (2007), wurde bei der DeLiA-Literaturpreisverleihung 2008 mit dem zweiten Platz ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt in Berlin. Nun ist ihr zweiter Roman erschienen: "Felsenbrüter".

"'Ich weiß nicht, ob so eine unbeleuchtete Insel der richtige Ort für meine postmatrimoniale Depression ist', zögerte ich."

Ihre exzentrische Tante Maud will Martha auf die kleine, grüne und sehr nasse Kanalinsel Sark mitnehmen. Martha stellt sich vor: kein Licht, keine Ablenkung, nur Meer und der leere, na ja, gerade mal sternenvolle Himmel über ihr. Das hält sie nicht aus - nicht mit ihrem Liebeskummer, nachdem der Ehemann sie Knall auf Fall verlassen hat. Aber sie ist Mauds Energie einfach nicht gewachsen.

"'Das Licht der Sterne und deine Ehe mit Tom - alles Vergangenheit', verabschiedete Maud sich bestens gelaunt und ich machte mich auf den Weg, um einen dreipoligen Adapter mit Flachstecker und eine Taschenlampe zu besorgen."

Auf der Insel angekommen, versinkt Martha zunächst in ihrem Kummer und all den quälenden Fragen einer Verlassenen. Doch die schrulligen und äußerst liebenswerten Inselbewohner lenken Martzha bald von ihrem Herzschmerz ab. Einer von ihnen ist Alistair, der Vogelforscher, auch Tally genannt.

"Tally schürt nicht nur die Flammen, sondern auch Mauds beginnende Faszination für die Kunst der Vogelkunde. Imitiert leidenschaftlich den Tauchstoß eines Albatros. Nimmt, während er von einem Schemel springt, seine Arme zur Seite, um sie wie ein Turmspringer kopfüber nach vorne zu hebeln. Und schwärmt."

Immer mehr dieser sympatischen Exzentriker lässt Ivana Jeissing neben Martha erscheinen. Und wie schon bei ihrem Erstling "Unsichtbar" klar wurde versteht es Jeissing wie kaum eine andere komische Dialoge mit Wissenswertem zu verbinden. Da muntert Maud, die Liebhaberin naturwissenschaftlicher Fakten, die trauernde Martha so auf:

"'Denk an was Schönes. Zum Beispiel daran, dass auf dir gerade eine Herde von einer Billion Bakterien grast. Du versorgst sie jeden Tag mit ungefähr zehn Milliarden Hautschuppen, und sie lieben dich dafür. Auf ihre Art. Du bist ihr Schlaraffenland. Und zum Dank dafür schenken sie dir Körpergeruch.'"

Das versetzt Martha nicht gerade in Begeisterungsstürme. Zum Schluss wird natürlich alles gut und leider ist dann auch das Buch zuende. Das bedauert man allerdings nur, wenn man intelligente Unterhaltungsliteratur mag. In dem Fall aber ist man mit Jeissings "Felsenbrüter" bestens bedient.
Fazit
Eine wunderbar humorvolle Verbindung von E und U.
Ein ernstes und schweres Thema wird leicht aber in keinem Fall platt, sondern liebevoll und zuversichtlich behandel.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von miriam [Profil]
veröffentlicht am 25. August 2009

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