Carol Snow: Mitternachtswandlerin

Mitternachtswandlerin

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-499-21525-4

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Claire Martin und ihre allein erziehende Mutter leben, wo andere Leute ihren Urlaub verbringen. Vielleicht warst du ja schon einmal in Claires Heimatort am Meer. Die Fünfzehnjährige ist eine durchschnittliche amerikanische Schülerin, eine erfolgreiche Schwimmerin mit durchtrainiertem Körper. Wäre da nicht diese besondere Fähigkeit, die auch Claires verstorbene Großmutter schon hatte. Großmutter Evelyn und Claire sind Switcherinnen, sie können mit anderen den Körper tauschen. Vermutlich sind die Entladung der Spannungen während nächtlicher Gewitter Auslöser des Switchens. Auch wenn Claire sich in einer Gewitter-Nacht im Körper eines unbekannten Mädchens und in deren Zimmer wieder fand, lag sie bisher am Morgen, der auf das Gewitter folgte, stets wie gewohnt in ihrem eigenen Bett und konnte noch pünktlich zur Schule fahren.

In dieser Nacht wacht Claire als Larissa auf, die als Kindermädchen auf die kleinen Söhne einer Urlauber-Familie aufpasst. Larissa ist überschlank mit langen blonden Haaren, das genaue Gegenteil der kräftigen Claire. Larissas geschmackvoll zusammengestellte Klamotten probiert Claire neugierig an - ausgerechnet Claire, die noch nie etwas mit Klamotten, Make-Up oder gar Diäten im Sinn hatte. Claire hat jedoch nicht mit dem Geist ihrer längst verstorbenen, ungewöhnlich kreativen und unternehmungslustigen Großmutter Evelyn gerechnet. Die Großmutter hat keinen eigenen Körper mehr; das hält ihren Geist jedoch nicht davon ab, bei Gewitter in Claires Körper zu switchen und sich in der Gegenwart umzusehen. Da Evelyn sich leicht im Nebel verirrt, bleibt sie in letzter Zeit als "Claire" lieber zu Hause und surft im Internet. Es kommt, was kommen musste: in dieser Nacht chattet Evelyn sich fest, so dass Claire bei Sonnenaufgang nicht in ihren Körper zurück kann. Claire muss Larissas Rolle notgedrungen noch etwas länger spielen. Was Großmutter Evelyn derweil für Peinlichkeiten in der Rolle ihrer sportlichen Enkelin anstellen könnte, möchte man lieber nicht so genau wissen.

Claire sorgt inzwischen als ungewohnt freundliche Larissa für Verwirrung in ihrer neuen Familie und entdeckt bald, dass Larissa weder mit ihren Eltern noch mit diesem Ferienjob das große Los gezogen hat. Auch das Leben der kleinen Jungen erweist sich als ganz und gar nicht traumhaft, wenn man einmal hinter die Kulissen sehen kann. Nachts, während ihre Schützlinge schlafen, nutzt Claire die Gelegenheit, sich im fremden Körper unerkannt mit ihrer großen Liebe Nate zu treffen. Ob das eine so gute Idee ist? Am letzten Ferientag ist Claires Geduld mit Oma Evelyns Eskapaden endgültig ausgereizt. Mit der Switcherei muss jetzt Schluss sein; denn am zweiten Schultag hat das Schwimmteam mit Claire und Nate einen Wettkampf.

Mit dem Wechsel in den Körper eines unbekannten Mädchens, der in Claires Fall ungewöhnlich lange dauert, kann Carol Snows Heldin nicht nur eine andere Rolle ausprobieren, sondern auch die Einstellung zu ihrem Körper kritisch überdenken. Claire lernt in diesem Sommer, den schönen Schein zu durchschauen und genießt es, als Larissa ein wenig Schicksal zu spielen. Durch die Konfrontation mit Larissas Leben wird der inzwischen Sechzehnjährigen deutlich, wie sehr sie selbst ihren Vater vermisst, über den die Mutter bisher eisern geschwiegen hatte. Selbst für amerikanische Verhältnisse wird Claires Mutter ungewöhnlich prüde und spießig dargestellt. Der vergnügungssüchtige Geist der verstorbenen Großmutter Evelyn fügt Claires Ferien-Erlebnissen eine kräftige Prise abgedrehten Humors hinzu.
Fazit
Trotz der deutlich formulierten pädagogischen Botschaft "Nichts ist so perfekt wie es zunächst scheint" legt Carol Snow mit ihrem ersten Roman für Jugendliche eine spritzige, spannende Feriengeschichte vor, die sie aus der Perspektive der Hauptfigur Claire erzählt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 02. August 2009

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