Andreas Steinhöfel: Rico, Oskar und die Tieferschatten

Rico, Oskar und die Tieferschatten

Verlag: Carlsen Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Kinder- und Jugendliteratur
ISBN-13 978-3-551-55551-9

Preis: 12,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Dezember 2016]
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Das vorliegende Buch - nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit dem Katholischen Jugendbuchpreis - ist das schönste Kinderbuch, welches ich dieses Jahr gelesen habe. Warmherzig im Ton erinnert es mich zum Teil an die Entdeckungslust des "Kleinen Prinzen" von Saint-Exupery, auch wenn der "kleine Prinz" Rico um einiges frecher und vorlauter daherkommt.

Rico ist "tiefbegabt", geht in die Förderschule, weil er zwar richtig und logisch denken kann, aber sehr sehr langsam. Sein Kopf besteht seiner Meinung nach aus Bingokugeln, viel ist da durcheinander. Was seinem Scharfsinn aber nicht schadet...

Eines Tages sieht Rico einen seltsamen kleinen, sehr altklugen Jungen mit einem Helm. Sie freunden sich langsam an. Rico erfährt, dass der Junge Oskar heißt und extrem ängstlich ist. Rico selber ist alles andere als ängstlich: er muss sich durchbeißen, zumal er in Berlin Kreuzberg in einem sozial benachteiligte Viertel mit seiner Mutter wohnt, die als Bardame arbeitet. Gerade die Unterschiedlichkeit der Charaktere - glaubhaft geschildert - ist das reizvolle an diesem Buch - neben der gnadenlosen Ehrlichkeit Ricos.

Doch die Freundschaft zwischen Oskar und Rico bewährt sich erst dann, als Oskar plötzlich entführt wird. Rico unternimmt nun alles, um seinen neuen Freund zu retten und hat bald eine Idee...

"Andreas Steinhöfel erzählt aus der Perspektive des sozial benachteiligten Frederico Doretti in einer Mischung aus Großstadtabenteuer und Kriminalgeschichte mit Tempo, Witz, wunderbaren Spracheinfällen und viel Herzenswärme" - heißt es in der Begründung für die Nominierung zum Deutschen Jugendliteraturpreis. So ist es. Die herzerfrischende Schlagfertigkeit beider Protagonisten macht dieses Buch des Kästner-Preisträgers Steinhöfel (und zumindest die eindeutige Parteinahme für das Kind hat Steinhöfel mit Kästner gemein) zu einem wirklichen Ereignis: ein wunderbares Leseerlebnis, zusammen mit Peter Schössows lapidaren Illustrationen.
Fazit
Für mich das schönste Kinderbucherlebnis dieses Jahres!
10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne10 Sterne
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 13. Juli 2009

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