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Brügge im 15. Jahrhundert. Christina, einzige Tochter im Handelshaus Contarini,
weigert sich standhaft, eine Vernunftehe einzugehen. Sie hält nichts davon, als
Frau eines unbekannten flämischen Kaufmannssohn ihr Leben zu begehen. Hals über
Kopf flieht die Enkelin von Aimée und Domenico Contarini mit ihrem jüdischen
Geliebten Daniel. Auf der Flucht nach Venedig, begleitet von ihrer Freundin
Hannah und ihrem Bruder Luca, gerät sie auf ein Schiff, dessen Mannschaft durch
eine rätselhafte Seuche dahingerafft wird. Vierzig Tage lang ist sie an Bord
gefangen - ein Alptraum, der aus dem ungestümen Mädchen eine klarsichtige junge
Frau macht, gerüstet für ein Schicksal voller Überraschungen.
Fazit
Manches an diesem Roman erinnerte mich an Mary Gentle und ihre Romane um die
Heldin Ash. Der dritte Band der Flandern-Saga von Marie Cristen die auch unter
anderen Pseudonymen schreibt, ist ein schneller, fesselnder Roman. Die
historischen Grundlagen, so nehme ich an, wurden hart recherchiert. So
erscheinen gerade ihre Beschreibungen an Bord des Schiffes sehr intensiv und vor
allem Glaubwürdig. An machen Textpassagen konnte ich mir sehr gut vorstellen,
wie der Wind durch die Takelage pfeift, die Seile scheuern und die Planken des
Decks knarren. Genau so gut, wie Marie Cristen ein lebloses Schiff zu einem
lebendigen Abbild macht, genauso lebendig sind die Schilderungen ihrer Personen.
Sei es die junge Christina, die sich auf einem Weg der Selbstfindung befindet,
wie auch die anderen Personen um sie herum.
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