John Hulme, Michael Wexler: The Seems. Der Schein. F. B. Dranes erster Auftrag

The Seems. Der Schein. F. B. Dranes erster Auftrag

Verlag: S. Fischer [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Jugendroman
ISBN-13 978-3-596-85314-4

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
F. Becker Drane hatte in der Schule diesen merkwürdigen Fragebogen ausgefüllt und ihn wahrscheinlich gleich wieder vergessen. Damals war er 12 Jahre alt und ein normaler Jugendlicher. Doch das geheimnisvolle System, das das Wetter und die Träume der Menschen steuert, beschäftigt Becker inzwischen streng konspirativ als Reparant. Dass in einem Hochhaus das Wetter für die ganze Welt per Knopfdruck ausgelöst wird, kling noch plausibel. Doch der Schein, die Parallelwelt, in die Becker sich durch eine ganz normale Tür begibt, stellt einige Ansprüche an unser Vorstellungsvermögen. Hier gibt es ein so genanntes Dazwischen und Röhren führen ins Endlose. Nicht nur das Wetter, auch die Zeit, die Schwerkraft, der Schlaf der Menschen, alle gewohnten Phänomene werden im Schein per Hand gesteuert. Wenn dabei etwas schief läuft, kommen die Reparanten zum Einsatz.

Von ursprünglich 61 Bewerbern, die damals Interesse an einem Job in der Parallelwelt hatten, ist Becker nach einer fundierten Ausbildung als einer von wenigen übrig geblieben. Becker wird nach einer für sein Alter erstaunlichen Karriere zum Pendler zwischen den Welten. Er geht tagsüber unauffällig zur Schule und benutzt einen Dummie, einen aufblasbaren Ersatz-Becker, wenn er nachts zur Arbeit in die Parallelwelt unterwegs ist. Auch mit der bestmöglichen Tarnung kann niemand auf die Dauer unentdeckt ein Doppel-Leben wie Becker führen. Der Direktor bestellt prompt Beckers Mutter in die Schule, weil der Junge auf ihn einen unkonzentrierten Eindruck macht. Becker, der Reparant, hat zur Zeit anderes im Kopf. Er soll die Welt davor retten, dass die Flut, eine verdächtige Organisation, die Macht an sich reißt.

Für die Parallelwelt im Schein, in der Becker routiniert seiner Arbeit als Reparant nachgeht, verknüpft John Hulme einige viel versprechende Ideen zu einer spannenden Zeitreise. Durch den Abdruck sehr authentisch wirkender Dokumente und die in unterschiedlicher Type gedruckten Versatzstücke soll das Buch offensichtlich männliche Wenig-Leser ansprechen. In "Der Schein" skizziert der Autor ein ausgesprochen bürokratisch arbeitendes System, in dem alle Vorgänge durch ein exakt formuliertes Regelwerk vorgegeben sind. Der Autor hat für seine Parallelwelt einen Wissenschaftler-Jargon entwickelt, der durch die streng bürokratisch wirkende Liste der Begriffserklärungen im Anhang an Glaubwürdigkeit gewinnt.

Band 2 The Seems. Der Schein. Explosion im Zeitzentrum
Band 3 The Seems. Der Schein. Verschollen im Niemandsland
Fazit
Obwohl die unterschiedlichen Versatzstücke vom Leser an einigen Stellen nur schwer miteinander zu verknüpfen sind, versteht es Hulme mit seiner Zeitreisegeschichte und ihren Science-Fiction-Elementen, wie auch mit seinem geschickten Spiel mit Worten und ihrer wechselnden Bedeutung zu fesseln. Beckers auffällig problemloses Pendeln zwischen den Welten empfinde ich als logischen Stolperstein der Handlung.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 22. April 2009

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