Ursula Niehaus: Das Heiligenspiel

Das Heiligenspiel

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: historischer Roman
ISBN-13 978-3-426-66257-1

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Es beginnt alles damit, dass Anna ihrer Freundin Ursula (ein Alter-Ego der Autorin?) helfen wollte. Diese Hilfe erweist sich für Anna jedoch als ein Fehler. Ursulas Vater kommt hinter Annas Hilfestellung und ist nicht begeistert. Er geht sogar so weit dafür zu sorgen, dass sie ins Gefängnis geworfen, verurteilt und aus der Stadt gejagt wird. Was Anna dazu zu sagen hat, ist dabei nicht von Belang. Anna kennt ausserhalb Augsburgs niemanden, hat nur von einem Onkel in Memmingen gehört und macht sich auf den Weg dorthin. Ihr Weg führt sie dabei durch den Wald, in dem die alte Kräuterfrau Oda lebt. Die alte Heilkundige ist froh, dass sie mit Anna eine junge Helferin bekommt und nimmt sie in ihrer Hütte auf. Anna lernt indess alles wichtige über Heil- und Pflanzenkunde, das ihr Oda beibringen kann. Trotzdem kann Anna ihr Augsburg nicht vergessen und verzehrt sich geradezu danach, wieder nach hause zu dürfen. Oda setzt sich dafür ein, dass sie wieder nach Augsburg darf. Dort angekommen erkrankt sie und kann nur noch die leicht verdauliche Hostie essen. Daraus entsteht der falsche Mythos, sie sei eine Hungeheilige, die sich nur von Hostien ernährt. Dieser Ruf kommt ihr gelegen, weil sie die Armut und den Hunger in der Stadt lindern will. Mit ihrer Genesung muss sie aber auch wieder normal essen, was sie nur noch heimlich tun kann. Gedeckt wird sie dabei durch den Pater Quirinus. Er erklärt ihr aber auch, dass ihr Leben in Gefahr ist, wenn ihre "falsches" Spiel heraus kommt. Damit hat er Anna in der Hand.
Dann tritt der reiche Kaufmann Anton Welser auf den Plan und aus Anna wird eine verliebte Frau. Und damit kommt es, wie es kommen muss. Das Unglück in Form der wahrheit bricht über sie herein.
Fazit
Wie man dem Nachwort der Autorin entnehmen kann, hat die Heldin ihres Romans Anna Laminit tatsächlich in Augsburg gelebt. Ursula Niehaus hat aus alten Zeitschriften der 1920er Jahre ihr Wissen geschöpft. In wieweit jetzt die erzählerische Freiheit und die historische Wirklichkeit sich in dieser Erzählung die Waage halten kann ich nicht beurteilen. Die Geschichte der Hungerheiligen bringt die Leser zum Nachdenken. Nicht nur über die Willkür der Obrigen (die heute immer noch besteht), sondern auch die Ausweglosigkeit, in die sich die Hauptfigur selbst hinein manövriert hat, wenn auch unbeabsichtigt. Es ist aber ein fesselnd geschriebenes stimmungsvolles Buch geworden. Die Leserinnen werden es sicherlich lieben.
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 17. April 2009

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