Uwe Lammla: Engelke up de Muer. Gedichte

Engelke up de Muer. Gedichte

Verlag: VHEVG Engelsdorfer Verlagsgesellschaft [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Lyrik
ISBN-13 978-3-86703-746-4

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Dieses Buch ist eine Gabe des Autors an seine große Liebe, die er in Ostfriesland gefunden hat. Die Gedichte thematisieren die Polder-Landschaft und ihren eigenwilligen Menschenschlag, die Vegetation der Salzwiesen, die Moore, die Vogelwelt, Sagen und Geschichte der friesischen Lande und Inseln. Im Mittelpunkt steht die Stadt Emden, das Wappen und die Geschichte. Auch der SMS Emden wird in einem langen Verswerk gedacht. Wie schon im "Idäischen Licht" und im "Tannhäuserland" sind die Phantasien und Exkurse in eine poetische Wanderung durch das Land eingebunden. Dabei kommt es dem Dichter darauf an, die Natur des Nordens vom "Gassenschmutz" der Großstadt abzusetzen. So schätzt er die Insel Norderney wegen ihrer graziösen Wirkung auf den Besucher und weil es dort nicht die neidische Hatz der Großstadt zu finden gibt.

Der Name des Gedichtbandes ist Programm: "Engelke up de Muer" ist der Name des Wappens der ostfriesischen Stadt Emden. Der Dichter ehrt die urtümlichste aller deutschen Landschaften und ihre Bewohner. Er steht auch hier stilistisch der Bewegung der Konservativen Revolution nahe. Die Sehnsucht nach einer substanziellen Überzeugung innerhalb einer identitären Gemeinschaft erwirkt den Wunsch nach einem geistigen Wandel für die sinnstiftende Transzendenz. Sie richtet sich gegen die Dissoziation aller Lebenszusammenhänge, gegen die Atomisierung des Bewußtseins im Zuge der Auflösung des bürgerlichen Subjekts. Insofern versteht sich auch die zunächst widersprüchlich anmutende aber für die Gedicht ebenso zutreffende Formulierung des kontemplativen Pathos, welches wie wir gesehen haben durchaus mit einem deutschen Pathos einhergehen kann, als geistig-intellektuelle Haltung im Sinne einer nachsinnend-beschaulichen aber gefühlsgeladenen, leidenschaftlich-ergriffenen Haltung. Spürbar werden alle diese Einflüsse auch im vorliegenden Buch. Die Sprache ist anspruchsvoll, wohlklingend, rhythmisierend und reimend.
Fazit
Was dieses Buch in seiner Melange aus Kontemplation und aktivistischem Pathos auszeichnet, ist, daß es nicht auf der Ebene oberflächlichen konsensualen Diskurses stehenbleibt, sondern den Geist des Lesers emotionell strapaziert und dennoch gewinnbringend auf diesen einwirkt.
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Vorgeschlagen von Daniel Bigalke [Profil]
veröffentlicht am 28. März 2009

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