Gottfried Keller: Kleider machen Leute

Kleider machen Leute

Verlag: Reclam Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-15-007470-1

Preis: 1,60 Euro bei Amazon.de [Stand: 11. Dezember 2016]
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Die Novelle "Kleider machen Leute" von Gottfried Keller handelt davon, wie eine Person nur durch ihr Äußeres eingeschätzt wird. Wenzel Strapinski, die Hauptfigur der Novelle, gerät in eine solche Situation, da er sehr vornehme Kleidung trägt. Er wird in einem Dorf als Graf identifiziert und wird sehr gut behandelt. In Wirklichkeit ist er aber nur ein "armer kleiner Schneider". Wenzel Strapinksi nimmt diese Rolle als Graf an und versucht vornehm zu sein und gesuchter zu sprechen. Nettchen, die Tochter des Amtsrates, eine ebenfalls sehr vornehme Person verliebt sich in den "Grafen" Strapinksi. Melchior Bhöni, ein erfolgreicher Geschäftsmann, zweifelt an der Grafen Identität von Wenzel Strapinski, lässt den Dingen aber zuerst ihren Lauf. Melchior Bhöni, der "geborene Zweifler", entlarvt Wenzel auf der Hochzeitsfeier von Nettchen und Strapinski, indem ein Schauspieler zeigt, wie ein armer Mann in einem edlen Frack aussieht. Nettchen aber verlässt Wenzel nicht. Nach der Hochzeit wird Wenzel Strapinski ein erfolgreicher Tuchhändler und gewinnt den Respekt von Nettchens Vater.
Keller greift in seiner Novelle auf Symbolsprache und biblische Textstellen zurück, wie z.B. "die Kreuzstraße", Wenzel steht auf dieser Straße und muss entscheiden, welchen Weg er geht, "der Teich Bethesda", er ist der biblische Ort an dem ein "jüdisches Männchen [...] 30 Jahre lang auf sein Heil gewartet hat"(vgl. Joh. 5, 2).
Das Dingsymbol der Novelle "Kleider machen Leute" ist Strapinskis Äußeres, nämlich seine Kleidung. Sein erster Versuch sich aus dem Haus zu schleichen misslingt, da seine Handlungen von dem Kellner beobachtet werden, der sein Verhalten so deutet, dass er nach der "gewissen Bequemlichkeit" sucht. Strapinksi lässt sich folgsam leiten und "verwickelt sich jetzt in die erste Selbsttätige Lüge". Wenn Keller an dieser Stelle ausdrücklich vom "Mantelträger" spricht, so erfolgt deutlich der Hinweis auf die Ursache des ablaufenden Spiels. Der Mantel, zweifellos ein Zeichen für den Stand und zum Dingsymbol gemacht, steht Strapinksi nicht zu.
Fazit
Meine eigene Meinung zu dieser Novelle ist, dass Keller diese Situation, die auch in heutiger Zeit noch vorzufinden ist, sehr gut darstellt. Keller bringt eine gewisse Spannung in der Entscheidung über Wenzels Schicksal, das Nettchen nach seiner Entlarvung in den Händen hält ein. Im Großen und Ganzen eine nicht langweilige Novelle, die an einer gut gewählten Stelle ihren Wendepunkt hat.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Gerrit [Profil]
veröffentlicht am 24. März 2009

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