Stephan Brülhart: Leopold und der Fremde

Leopold und der Fremde

Verlag: Atlantis Verlag, Zürich [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Kinderbuch
ISBN-13 978-3-7152-0262-4

Preis: 44,37 Euro bei Amazon.de [Stand: 29. September 2016]
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Leopold, der kleine Leopard, soll nicht allein am Wasser spielen; denn dort wohnen Fremde, denen seine Mama nicht traut. Auch Frau Krokodil, Konrads Mama, traut Fremden nicht und verbietet Konrad, oben im Wald zu spielen. So spielen Leopard und Krokodil jeder für sich, Leopold mit seinem blauen Ball und Konrad mit seinem roten Ball. Als Leopold eines Tages sein Ball den Abhang hinunter bis zum Wasser rollt, hat er die Ermahnungen seiner Mutter noch im Ohr: "Da wohnen Fremde - und da weiß man ja nie." Diese Fremden stellt Leopold sich vor wie Leoparden mit riesigen grünen Monsterköpfen und spitzen Zähnen. Als Leopold sich an den Strand wagt, entdeckt er dort zu allem Überfluss riesige Fußabdrücke. Konrad geht es nicht besser, sein größtes anzunehmendes Monster droht mit einem gewaltigen Krokodilkörper und mit ebenso gefährlich spitzen Zähnen. Am Strand sieht Leopold Konrad kurz an und schnappt ohne Nachzudenken seinen blauen Ball, während Konrad sich an seinen roten Ball klammert. Jedes der beiden Tierkinder, die nur spielen wollten, rennt erschrocken nach Hause. Nachdem ein Anfang gemacht ist, treffen sich Konrad und Leopold nun regelmäßig heimlich und schließlich findet ihre Geschichte ein gutes Ende.

Die Langeweile der Tierkinder, ihre Sehnsucht nach einem Freund und auch die diffuse Angst vor Fremden kann jedes Kind nachempfinden. Brülharts Bilderbuchklassiker bietet Anlass, darüber zu sprechen, warum Eltern sich um ihre Kinder sorgen und warum sie besondere Angst vor "Fremden" haben. Leopolds und Konrads Geschichte regt zum Nachdenken an, ob Kinder heimlich Verbote ihrer Eltern umgehen dürfen und wie Leopold und Konrad ihr Problem anders hätten lösen können.

Zu Beginn der Geschichte wird noch jedes Tierkind in seiner Welt vom anderen getrennt in Einzeldarstellung gezeigt. Die Körpersprache der Mütter, die ihre Kinder ermahnen und glauben, für sie das Beste entschieden zu haben, zeigt eindringlich die innige Beziehung zwischen Müttern und Söhnen. Von der Szene an, als Konrad seinen Ball absichtlich den Hügel hinauf wirft, vermittelt uns die Darstellung der Landschaft in der Totalen die Botschaft, dass hier zwei Tiere in einem gemeinsamen Lebensraum unterwegs sind. Auch die Gegenüberstellung der beiden Einzelkinder auf einer Doppelseite präsentiert uns zwei junge Tiere, die sich zwar farblich unterscheiden, deren Haltung, Augen und Gesichtsausdruck jedoch mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede aufweisen.
Fazit
"Leopold und der Fremde" spricht Kinder zunächst durch die mit kräftigem Strich aufgetragenen Gelb- und Grüntöne und die klaren Konturen der Illustrationen an. Die einfache Moral der Tierfabel wird schon von Dreijährigen verstanden und bietet gerade auch für die Arbeit im Kindergarten zahlreiche Anknüpfungspunkte, um über Ängste von Kindern und Eltern zu sprechen.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 24. Februar 2009

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