Peter Schwindt: Morland. Die Rückkehr der Eskatay

Morland. Die Rückkehr der Eskatay

Verlag: Ravensburger Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-473-35302-6

Preis: 0,74 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Dezember 2016]
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Im ersten Band der Morland-Trilogie stehen drei jugendliche Helden an einem Wendepunkt in ihrem Leben.

Tess, die als Baby ausgesetzt wurde, flieht aus dem Waisenhaus Nr. 9. Sie hat niemals außerhalb der Waisenhausmauern gelebt, kennt nur düstere Ankündigungen, dass Kinder aus dem Waisenhaus nach ihrer Entlassung schwer Arbeit finden werden. Gerüchte, dass außerhalb Aufruhr herrschen soll und eine Arbeiterbewegung mit dem Namen "Armee der Morgenröte" einen Umsturz plant, sind bis zu Tess ins Waisenhaus gedrungen. Für ein schlecht genährtes Mädchen ihres Alters kann die clevere Tess erstaunlich hart arbeiten. Sie findet eine Anstellung in der Kneipe von Phineas Woaster. Als es in der Gaststube zu einer Auseinandersetzung kommt, verteidigt Tess sich nicht nur selbst, sondern tötet den Angreifer. Der Wirt ist der erste, dem aufgeht, dass Tess' Fähigkeiten alles andere als normal sind. "Du bist ein gottverdammter Eskatay!", schreit Phineas seine Kellnerin Tess an. Eskatay kannte man bisher nur aus Legenden. Sie werden für außerordentlich gefährlich gehalten, weil jeder einzelne von ihnen über unterschiedliche Fähigkeiten verfügt und sie deshalb für normale Menschen kaum einzuschätzen ist.

York Urban, der Sohn des Obersten Richters im Staate, hat in einem bürgerlichen Haushalt wie in einem goldenen Käfig gelebt. Yorks Vater hat selten Zeit für seinen einzigen Sohn. York wird vom Hauslehrer unterrichtet und hat vermutlich sein Elternhaus noch nie verlassen, um sich seine Heimatstadt anzusehen. Als York Zeuge des Mordanschlags an seinem Vater wird, gerät sein geordnetes Weltbild vom sorgenden, gerechten Staat aus den Fugen. Yorks Lehrer hat von dem geplanten Aufstand munkeln gehört und möchte den Jungen gern aus der Stadt fortbringen. Auch York entdeckt, dass er über übersinnliche Fähigkeiten verfügt. Die Gesetze der Physik gelten nur eingeschränkt für York, er kann teleportieren. Aus dem Nachlass seines Vaters erfährt der Junge Verblüffendes über seine Herkunft und erkennt, dass er als Zeuge des Anschlags auf seinen Vater in höchster Gefahr schwebt.

Hakon arbeitet als Illusionskünstler in Boleslavs Wanderzirkus. Die Artisten des Wanderzirkus sind durch die ausufernde und willkürlich arbeitende Bürokratie in diesen unruhigen Zeiten in ihrer Existenz gefährdet. Hakon konnte schon immer Gedanken lesen, doch nun muss er feststellen, dass seine Fähigkeiten sich verändert haben. Die Gedankenleserei ist inzwischen kein harmloses Späßchen mehr. Seine Macht, die er mit der Beeinflussung von anderen Menschen ausüben kann, empfindet Hakon zunehmend als Last. Als Hakon auf einen Mann trifft, der die Kräfte des Jungen nicht nur erkennen sondern sie abblocken kann, hört der Zirkuskünstler zum ersten Mal davon, dass auch andere Menschen außergewöhnliche Kräfte einsetzen. Sie alle sind Eskatay.

Der Ermittler Hagen Lennart wird Hals über Kopf befördert und direkt vom Innenminister mit der Aufklärung einer Reihe verdächtiger Selbstmorde beauftragt. Lennart hält sich in dieser Angelegenheit für ein Bauernopfer und ist überzeugt davon, dass das Ministerium für Innere Sicherheit gar nicht daran denkt, aufzuklären, ob es sich überhaupt um Selbstmorde handelt.

Peter Schwindt spannt seine Leser kräftig auf die Folter, ehe er verrät, was die Erlebnisse der drei magisch begabten Jugendlichen, der drohende Umsturz und vergangene Ereignisse jenseits des Polarkreises in Morland und seiner Hauptstadt Morvangar miteinander zu tun haben. Der Autor hat für die Abenteuer, die in zwei weiteren Bänden auf seine drei Gefährten warten, die glaubwürdige Kulisse eines Landes in einer Wirtschaftskrise geschaffen. Die Krise, vermutlich durch Rohstoffmangel ausgelöst, wird zur Krise der gesamten Gesellschaft. Boleslav und seine Artisten sind die ersten, die durch unbewiesene Verdächtigungen in einem Klima des Misstrauens zu Sündenböcken werden.

Band 2: Morland. Die Blume des Bösen
Band 3: Morland. Das Vermächtnis der Magier
Fazit
Schwindt erweckt sein detailreich ausgeführtes Szenario aus der Zeit der dampfgetriebenen Busse zum Leben, indem er eine sehr kurze Zeitspanne aus dem Alltag seiner gegensätzlichen jungen Helden schildert und die drei dann auf eine abenteuerliche Reise schickt. Mit teils sarkastischen Untertönen und mitreißendem Sprachwitz führt Schwindt seine Leser zu der entscheidenden Frage, ob eine Gemeinschaft Freiheiten einschränken darf, um die Freiheit zu schützen.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
Weitere Rezensionen zu Büchern von Peter Schwindt:
Gwydion - Der Weg nach Camelot
Ich bin dein, du bist mein
Justin Time - der Fall Montauk
Justin Time - Mission London
Justin Time - Zeitsprung
Justin Time: Verrat in Florenz
Morland. Das Vermächtnis der Magier
Morland. Die Blume des Bösen

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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 30. Januar 2009

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