Adolf Muschg: Kinderhochzeit

Kinderhochzeit

Verlag: Suhrkamp Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-518-42032-4

Preis: 0,50 Euro bei Amazon.de [Stand: 28. September 2016]
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Wie soll man diesen Roman beschreiben?
Ich fühlte mich die ganze Zeit, als ob ich mit dem Kopf in den Wolken stecken würde und vor lauter Wörter verlor ich das Verständnis für sie.
Dieser Roman ist abstrakte Kunst, der eine versteht es, der andere steht am Schlauch.

Der Roman besteht aus Prolog, 5 Büchern, Epilog, sowie einem Anhang mit Briefen.

Klaus Marbach, 40 Jahre, frisch von der Frau getrennt, kommt ins zweigeteilte Nieburg für Recherchen über die Verbindung der schweizerischen Industrie mit dem Nazi- Deutschland. Über diesen Weg lernt er die Familie Bühler, Aluminiumproduzenten, kennen. Von da ist von Industrie und Kooperation keine Rede mehr.
Marbach findet sich in einem Wirrwarr von Geheimnissen, Intrigen und Lebenslügen wieder, die sich alle um Imogen Bühler- Selber, letzte ihrer Art, und ihren (ewigen) Noch- Ehemann Iring Selber drehen.
Iring Selber ist eine mystische Gestalt, existiert nur im Geschriebenem und Erzähltem. Marbach versucht zu verstehen, warum Imogen sich von Iring getrennt, aber sich nie scheiden hat lassen. Wer ist Iring, was ist an ihm, dass ihn keiner leiden mag. Ja, das es sogar soweit geht, dass Imogens Mutter eine Organisation gründet, die ihm von Imogen fernhalten soll. Dieser so genannte "Stillstand" wird von ehemaligen Schulkollegen Selbers und Imogens besetzt.

Über 500 Seiten und ich habe nicht durchgeblickt, worum es geht. Eine Reihe an völlig witzigen und irren Charakteren, eine wahrscheinlich gute Story, aber ein hoffnungsloses Durcheinander von doppelsinnigen Worten. Dazu kommen noch Anglizismen in kursiver Stift, die keinen Sinn ergeben... warum in Englisch?

Von leichtem Lesen kann hier nicht die Rede sein, es bedarf großer Konzentration und Lust am Verstehen- Wollen um diesen Roman wertzuschätzen. Aber für mich waren es zu viele altkluge Konversationen, verkorkste Persönlichkeiten und viel zu viele Handlungen und Geschichtliche Rückblicke.

Der Titel "Kinderhochzeit" bezieht sich auf das Kinderpaar Imogen und Selber bei einem Frühlingsfest im Jahr 1949, das Symbol und die Statue stammt aus dem Griechischen. Der Titel wohl einer der wenigen Dinge, die für den Leser Sinn ergeben.

Meiner Meinung nach, hätte weniger von allem, Personen, Handlungen und Tragödien gereicht. Aber mehr Satzzeichen hingegen hätten sein dürfen. Wo der Erzähler endet und der Dialog beginnt ist nicht immer eindeutig und erschwert das ohnehin mühsame Lesen noch mehr.
Fazit
Null Spaß am Lesen, viele Fragezeichen und Erleichterung am Ende zu sein. Nur 2 Sterne, wegen den Wortspielereien, die hin und wieder von mir entschlüsselt werden konnten.
2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne2 Sterne
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Sax

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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 03. Januar 2009

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