Patricia Highsmith: Ripley Under Water

Ripley Under Water

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-257-23421-3

Preis: 13,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2016]
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Der 5. und letzte Ripley-Roman. In diesem wird Ripleys auf seine kriminelle Vergangenheit aufgebaute Welt von einem anderen bedroht, David Pritchard. In diesem letzten Buch ist nicht von Ripley als Mörder die Rede, nein, hier versucht er sein Leben zu schützen, was er sich aufgebaut hat aber nie wirklich sicher gefühlt hat, weil von außen immer wieder was kommen kann.
Er kümmert sich hingebungsvoll um Haus und Frau, widmet sich der Malerei und Gärtnerei, kein einziges Mal in den 400 Seiten, bis auf eine kleine Postsendung, verwickelt er sich wie in den letzten Romanen, in kriminelle Handlungen und bringt auch niemanden um. Doch muss er fürchten, dass seine alten Taten, der Mord an Dickie Greenleaf und Murchison, durch Pritchard aufgedeckt werden könnten.
Pritchard ist ein merkwürdiger Charakter, er lebt vom Erbe seiner Familie und beschäftigt sich den lieben langen Tag damit, Ripley auf die Nerven zu gehen, ruft als Dickie an, droht ihm, dass alles auffliegen wird, reist ihm nach Afrika hinterher, wo Ripley mit Heloisé, seiner Frau, Urlaub macht, und um allen noch was drauf zu setzen, kauft Pritchard ein Boot und geht auf die Suche nach der verschollenen Leiche von Murchison, die Ripley vor Jahren in einem Fluss versenkt hat.

Der letzte Teil trägt sich durch eine ungenaue Spannung, wann fliegt er auf, fliegt er überhaupt auf, wie kann er sich aus der Affäre retten, was will dieser Pritchard überhaupt von Ripley? Es ist ein Katz und Maus-Spiel und diesmal ist Ripley die Maus, er muss sich und das seine schützen, aber Pritchard scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Es wird nie erklärt, woher Pritchard all das weiß und warum gerade Ripley, er ist einfach ein Sadist und Ripley ist wohl seine größte Herausforderung.

Auch wenn Ripley nicht zeigt welch brillante kriminelle Phantasie in ihm steckt und es auch zu keinem finalen Show-down kommt, ist der 5. Teil äußerst spannend, einfach weil ER mal in der Falle zu stecken scheint.
Aber wie immer bewahrt er wunderbar die Contenance, lässt sich seine Sorgen kaum anmerken, höchsten durch Unterlippenkauen. Er sucht in seinem Haushalt nach Ablenkung, wie durch Malen oder Gartenarbeit.
Es ist auch das erste Mal, dass man Leser mitbekommt, wie sehr er eigentlich an seiner Frau Heloisé hängt, er liebt sie, sagt es sogar, wo er doch in den letzten Romanen eine gewisse Distanz zu ihr aufgebaut hat, weil er mit körperlicher Liebe nichts anzufangen weiß.
Fazit
Eine bemerkenswerte Entwicklung die Ripley in diese 5 Werke durchgemacht hat. Er ist nicht skrupelloser, habgieriger oder wagemutiger geworden, nein gesetzter, besorgter um seine Umwelt und gemütlich. Er greift erst ein, wenn sein Alltag bedroht wird.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 29. Dezember 2008

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