Markus Heitz: Kinder des Judas

Kinder des Judas

Verlag: Droemer Knaur [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Horror
ISBN-13 978-3-426-66277-9

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Theresia Jarkowitz, genannt Sia, ist die gute Seele eines Leipziger Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollten. Angst vor dem Tod hat sie nicht, denn dazu hat sie ihm zu oft ins Gesicht blicken müssen. Viele halten sie für einen Engel, doch niemand weiß, wer sie wirklich ist. Denn Sia ist nicht nur der Engel der Sterbenden, sondern auch ein Todesengel, der sich an illegalen Kämpfen beteiligt, die über das Internet in alle Welt übertragen werden. Nach dem Tod eines kleinen Mädchens und einem siegreichen Kampf, beginnt Sia ihre Geschichte aufzuschreiben. Sie beginnt 1670 und erzählt von der kleinen Scylla, die in die dunklen Machenschaften der Kinder des Judas verwickelt wird, einem mächtigen Bündnis von Wissenschaftlern - und Vampiren!

"Kinder des Judas" ist der erste große Vampirroman von Markus Heitz. Wie schon bei seinen Werwolfswerken "Ritus" und "Sanctum" hat er auch hier reale Ereignisse aufgegriffen und diesen einen neuen Hintergrund gegeben. Auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt Markus Heitz die Geschichte von Sia. Ausgangspunkt des Romans sind die Akten über die Geschehnisse von Madvegia, die noch immer im Wiener Hofarchiv lagern. Dem Autor ging es neben einer spannenden Geschichte auch darum, die Vielfältigkeit von Vampiren zu zeigen, die in Romanen und Filmen meist zu kurz kommt. Dieses Konzept geht jedoch nur bedingt auf. In der ersten Hälfte ist es vor allem der Erzählstrang im 17. Jahrhundert, der den Leser fesselt. Langsam wird die kleine Scylla von ihrem Vater in die dunklen Geheimnisse eingeweiht. Dieser Part weiß absolut zu überzeugen. Die Kapitel, die im heutigen Leipzig spielen bieten zwar viel Action, können den Leser aber nicht wirklich fesseln.

Im zweiten Teil wechselt dieses Verhältnis, denn jetzt zieht sich der Part, der im 17. Jahrhundert spielt, sehr zäh in die Länge, während der Erzählstrang in der Gegenwart durchaus zu gefallen weiß. Insgesamt hätte man das gut 700 Seiten starke Buch um ein Drittel kürzen können. Sehr überzeugend gelingt es Markus Heitz dagegen zu zeigen, wie real die Angst der Menschen vor den Vampiren damals war.

Vorgeschlagen von Michael Krause [Profil]
veröffentlicht am 22. Dezember 2008

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