Patricia Highsmith: Leute, die an die Tür klopfen

Leute, die an die Tür klopfen

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Krimi
ISBN-13 978-3-257-21349-2

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Patricia Highsmiths "Leute die an die Tür klopfen" ist für mich einer der besten Romane der bekannten amerikanischen Krimiautorin. 1983 zur Zeit des Amerikas von Ronald Reagan verfasst, wird er mit der christlich verbrämten Kreuzzugsrhetorik des derzeitigen US-Präsidenten George W. Bush unvermittelt wieder aktuell, da dieselben Kreise, die Reagan ins Amt verhalfen, christliche Fundamentalisten, auch Wähler von George W. Bush sind.
Arthur, 17, lebt mit seinem Vater, seiner Mutter und seinem Bruder zusammen. Er liebt Maggie, die von ihm ein Kind erwartet. Sie möchte das Kind abtreiben lassen, da beide nicht wissen, wie sie es ernähren sollen. Der Vater, ein unerträglicher Tyrann, gehört einer Sekte an. Er und weitere Sektenmitglieder verlangen von Arthur, alles zu tun, um diese zu verhindern. Als Arthur sich weigert, wirft er ihn aus dem Haus. Als er sich jedoch selber verliebt und seinen Prinzipien nicht treu bleibt, geschieht die Katastrophe....

Ich habe noch nie einen Roman gelesen, der sich so sehr Intoleranz und Engstirnigkeit geißelt, wie das vorliegende Buch von Patricia Highsmith, welches meines Erachtens "zeitlos" ist. Auf dieses Buch trifft daher meines Erachtens voll zu, was der Hessische Rundfunk, Ernst Bloch zitierend, einst über die - ebenfalls sehr lesenswerten - Romane des Patrick Quentin schrieb: "Der Kriminalroman auf einer gewissen Ebene kann, ohne die Spannung vernachlässigen zu müssen, private und gesellschaftliche Syndrome sichtbar machen..." Genau dieses tut der vorliegende Krimi.
Man mag über Einzelheiten der Handlung, insbesondere das Ende und den zweiten Teil, der mir zu konstruiert wirkt, etwas enttäuscht sein (das "Ergebnis" des Plots erscheint mir zu gewollt und "vorhersehbar"), dennoch handelt es sich insgesamt - vor allem im ersten Teil - um eine schonungslose Analyse Intoleranz, die zu gegenseitigem Hass und subitler Gewalt in einer - nach außen - anständigen Familie führt.
Fazit
Dies macht den Wert des Krimis aus, der für mich zu den besten sozialkritischen Romanen gehört, die ich gelesen habe.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Bernhard Nowak [Profil]
veröffentlicht am 30. April 2003

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