Patricia Highsmith: Der Junge, der Ripley folgte

Der Junge, der Ripley folgte

Verlag: Diogenes Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-257-23418-3

Preis: 11,90 Euro bei Amazon.de [Stand: 25. September 2016]
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Der 3. Folgeroman über den talentierten Tom Ripley.
Wie es schon in den 2 letzten Romanen aufgefallen ist, zeigt Highsmith Ripley von seiner menschlichen Seite. Diesmal einem 16jährigen amerikanischen Jungen gegenüber, der nach dem Mord an seinem Vater (wobei Tom bis zum Ende daran zweifelt, ob der Junge es tatsächlich getan haben könnte) von zu Hause ausreißt und in Frankreich Ripley aufsucht und bei im Unterschlupf findet.
Ripley fühlt sich auf eine für ihn unbekannte emotionale Art und Weise zu diesem Jungen hingezogen, der zum ersten Mal einen Menschen umgebracht- was Ripley schon lange hinter sich hat- und von den Dämonen gejagt wird.
Frank, der Junge, wird geplagt von seinem schlechten Gewissen und seinem Liebeskummer. Er ist fasziniert von Ripley und folgt ihm wie ein herrenloser Hund und tut alles, was dieser ihm sagt.
Aber Ripley nutzt diese Ergebenheit nicht für seine Zwecke aus, nein, er versucht dem Jungen wieder auf die Beine zu helfen.
In diesem Folgeroman ist von Krimi kaum die Rede, Frank hat wen umgebracht und gibt es zu und Tom braucht sich in keine kriminellen Tätigkeiten verwickeln, diesmal geht es um eine weitere Männerbeziehung in Nahaufnahme.
Ripley hatte schon immer spezielle freundschaftliche Beziehungen zu Männern, angefangen mit Dicky, dann der depressive Bernard Tuff, schließlich der an Leukämie erkrankte Familienvater und jetzt der Junge, der seine Hilfe braucht.

Der Ripley, der anfangs skrupellos und kaltblütig andere für seine Zwecke ausgenutzt hat, wird mit jedem weiteren Roman menschlicher und weichherziger, plötzlich findet er sich in fremdartigen Gefühlen anderen gegenüber, er sorgt sich um Frank, begibt sich für den in Gefahr und bringt für ihn wen um (ganz ohne Morde seinerseits geht’s doch nicht).

Dieser Roman war deswegen fesselnd, weil die Entwicklung des Charakters Ripley eine andere Wendung lässt als "Der talentierte Mister Ripley" vermuten lässt. Anstatt dass Ripley im Sumpf seiner Kriminalitäten versinkt, erhebt er sich aus diesen, natürlich steckt er immer mit einem Fuß in irgendwelchen Illegalitäten, aber er entwickelt ein Gefühl für Menschen und deren emotionale Krisen, v.a. wenn er sich mit diesen identifizieren kann.
Fazit
Spannend, psychologisch klug gestaltet und klar strukturierte Persönlichkeiten.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von Diyani Dewasurendra [Profil]
veröffentlicht am 11. Dezember 2008

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