Brandon Sanderson: Alcatraz und das Pergament des Todes

Alcatraz und das Pergament des Todes

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Fantasy
ISBN-13 978-3-453-52415-6

Preis: 14,91 Euro bei Amazon.de [Stand: 05. Dezember 2016]
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Wieder mal ein Waisenjunge der die Welt retten soll ... als Leser bin ich schon lange der Meinung, dass es keine zufriedenen und lebenswerten Familien mehr gibt. Waisenkinder und Halbwaisen müssen ständig die Welt retten, weil genau so oft irgendwelche böse Buben (in der Regel sind es Männer oder Männerfreundschaften) die Herrschaft über die Welt antreten wollen.
Das gleiche gilt für den Jungen mit dem ungewöhnlichen Namen Alcatraz Smedry. Er zieht das Unglück an wie der Nordpol die Magnetnadel. Was Alcatraz Smedry auch in die Hände nimmt, es zerbricht. Angefangen bei Geschirr, über komplizierte Technik bis hin zu den Beziehungen einer grossen Anzahl von Pflegeeltern. Aus den gescheiterten Beziehungen gelernt, hat Alcatraz sich in sich zurück gezogen. Trotzdem wünscht er sich nichts sehnlicher als eine Familie, in der er sich geborgen fühlen kann. Zu seinem dreizehnten Geburtstag wird ihm ein Sack voll Sand geschenkt. Damit nimmt sein Leben eine ungewöhnliche Wendung. Der Sand, der natürlich kein gewöhnlicher Sand ist, wird ihm gestohlen. Dahinter steckt der Geheimbund der dunklen Bibliothekare, deren selbst gestelltes Ziel es ist, die Weltherrschaft zu übernehmen, vor allem indem sie Wissen unterdrücken. Gleichzeitig deckt unser Held noch die Mutter aller Verschwörungstheorien auf, die von den Bibliothekaren erwähnt wurde. Und der Geburtstags-Sand des Jungen ist ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zur Weltherrschaft! Alcatraz begegnet zum ersten Mal einem Verwandten, seinem Grossvater. Der alte Mann mit den weissen Haaren, dem Frack und der bunten Brille erzählt ihm, dass es an dem Jungen mit dem Gefängnisnamen liegt, die Bibliothekare zu stoppen. Aber auch der Gegenspieler trägt einen dunklen Anzug und besitzt ein Monokel mit farbigen Glas. Hergestellt von den Okulatoren dienen die Gläser zum Auffinden von Spuren, Auren und dergleichen mehr. Das Glas dient aber auch dazu weitere Gegenstände herzustellen, sehr zur Verblüffung von Alcatraz und den Lesern. Die inflationäre Verwandtschaftsbeziehung setzt sich für Alcatraz fort, taucht doch plötzlich noch ein schwerbewaffneter Vetter auf, mit dem sinnigen Namen Sing Sing.
Die Welt Nalhalla scheint nach all den bisherigen Abenteuern ein sicherer Zufluchtsort zu sein, den Alcatraz mit seinen Begleitern, etwa der Handtaschen schwingenden Bastille, Draulin oder Cousine Australia und anderen aufsuchen wollen. Stattdessen finden sie sich in der Bibliothek von Alexandria wieder um Grossvater Smedry zu retten. Der wiederum ist auf der Suche nach seinem Sohn, dem Vater von Alcatraz. Er hofft hier eine Spur wieder aufnehmen zu können. Die Sicherheit in dem alten Gebäude ist jedoch nicht gegeben. Die gefährlichste Sache in der Bibliothek ist jedoch, ein Buch zu verschieben und deshalb die eigene Seele zu verlieren und, was am Schlimmsten ist, selbst zu einem Bibliothekar zu werden.
Fazit
Brandon Sanderson stellt ein sehr humorvolles Buch mit seltsamen Ideen für Jung und alt vor. Der Roman kommt gut ohne Magie aus. Die Orte die angesprochen werden liegen zum Teil ausserhalb der Wahrnehmung, die ein Normalsterblicher besitzt. Das soll nach den Bibliothekaren auch so bleiben. Ihre Machenschaften bleiben dadurch eher unentdeckt. Was mir gefällt ist die Eigenschaft, die die Hauptdarsteller mit sich führen. Bei Alcatraz geht alles kaputt, der alte Mann vor der Tür, der sich als Grossvater vorstellt, kommt immer zu spät, Sing Sing stolpert immer und andere Dinge mehr. Alcatraz Smedry berichtet in der Ich-Erzählweise und seine Betrachtungen und Vergleiche zwischen normaler Welt und der ‚anderen’ Welt sind in der Regel erheiternd. Den einzigen Nachteil den ich sehe, ist der, dass Brandon Sanderson sich immer wieder selbst zitiert, um nicht zu sagen, sich wiederholt. Dennoch, das Buch ist deswegen lesenswert, weil es manche Ansichten des Lesers umkehrt. Der Autor, der gleichzeitig an mehreren Serien schreibt bezieht den Leser sehr stark in die Handlung ein. Es entsteht das Gefühl, direkt dabei zu sein, alles unmittelbar selbst zu erleben.
Ein weiteres Glanzlicht, ein Hingucker und Zugreifer, ist das Buch selbst. Mit seinem Titelbild und der gekonnten Aufmachung macht das Buch nicht nur neugierig. Im Gegenteil, die Neugier hält an, bis das Buch zu Ende gelesen ist. Nur um die Neugier auf den nächsten Band aufrecht zu erhalten.
Allerdings sollte man darauf achten, nicht den Roman von Frank Kurella in die Finger zu bekommen. Sein Pergament des Todes hat mit diesem Roman nichts zu tun.
7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne7 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 05. Dezember 2008

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