Charles Stross: Dämonentor

Dämonentor

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Science Fiction
ISBN-13 978-3-453-52313-5

Preis: 0,50 Euro bei Amazon.de [Stand: 04. Dezember 2016]
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Die mysteriösen Fälle des Bob Howard

Robert Howard, genannt Bob ist IT-Spezialist in der Wäscherei und eigentlich wartet er Rechner. Eine überaus wichtige Arbeit, denn mit diesen Geräten ist es möglich die Dämonen zu beschwören. Das klingt nun ungewöhnlich, ist es auch, aber nur weil die Wäscherei keine ist, sondern zu einer Unterabteilung des britischen Geheimdienstes MI 6 gehört. Und wer die Unix-Demon kennt, weiss, dass man eine Firewall schon des öfteren gebrauchen kann. Die Abteilung in der Bob Howard Dienst schiebt, kümmert sich darum, dass keine unbefugten Personen mit ebenso unbefugter Magie ihr Unwesen treibt. Letztlich will niemand die Monstren aus anderen Dimensionen auf der Erde haben. Bobs Job ist es jedoch, echte Dämonen fern zu halten. Ich sehe schon die Fragezeichen auf ihrem Gesicht, wenn sie das hier lesen. Bob ist Agent, der in den Aussendienst will. Hier hofft er auf mehr Abwechslung als in seinem öden Bürojob, der von seiner Vorgesetzten mit ausgeprägten Bürokratismus ausgefüllt wird. Die Wäscherei beschäftigt sich dabei mit Dämonen die aus parallelen Universen auf die Erde kommen wollen. Mit oder ohne Hilfe von Menschen, absichtlich oder unabsichtlich.
Wie gesagt, Bob will in den Aussendienst. Also erhält er einen einfachen Auftrag. Einmal Amerika und zurück. Sein Job ist natürlich langweilig und weil er aus der Langweiligkeit ausbrechen will, nimmt er den Auftrag an, den man ihm anbietet. Der Auftrag scheint auch in erster Linie äusserst Langweilig zu werden, soll er doch lediglich eine Wissenschaftlerin von den Vereinigten Staaten in das Vereinigte Königreich begleiten. Der Auftrag scheint simpel, gerade gut genug für einen Aussendienst-Anfänger. Er soll herausfinden, ob der Wissenschaftler Mo, zurück nach Grossbritannien kann. Um es kurz zu machen, Mo heisst eigentlich Dominique und Bob versemmelt den Auftrag. Trotzdem kommen beide in Grossbritannien an. Es geht mit Aufträgen weiter und immer hat Bob Probleme. Entweder mit seiner direkten Vorgesetzten, einer Bürokratess ersten Grades. Ihr kann kein Formular oft genug und vollständig ausgefüllt sein. Oder Probleme mit seinen Mitbewohnern in der Wohngemeinschaft, die sogar Motorblöcke auf den Küchentisch legen, oder mit dem eigentlichen Leben.
Was sich zuerst recht langweilig anlässt, wird erst mit der Zeit spannend und dann immer spannender. Wer Akte X mochte, wird mit diesem Buch zufrieden sein, weil es nicht nur Verschwörungstheorien unterstützt, sondern die Wahrheit auch irgend wo dort draussen bleibt. Das zeigt sich vor allem in der anderen Dimension, wo selbst der Mond das Gesicht von Adolf Hitler hat.
Fazit
Nach den ersten 150 Seiten haben wir einen Roman, den man gar nicht aus der Hand legen will, sondern gern zuende liest. Das gestaltet sich dann auch recht einfach, weil man alles um sich herum vergisst. Charles Stross ist hierzulande nur, und das bitte mit Anführungszeichen, mit seinen intelligenten SF-Romanen bekannt geworden. Er kann auch anders und das zeigt er in diesem Buch, das einen Roman und eine Kurzgeschichte zu Robert Howard sein eigen nennt. Es werden die altbekannten Verschwörungstheorien genauso durch den Kakao gezogen, wie ein überspitzter Bürokratismus oder dämonisch hintertriebene Mobbingversuche. Die Erklärungen, wie die mathematisch basierten Dämonenübergängen ermöglicht werden habe ich immer grundsätzlich und grosszügig überblättert. Das sind Informationen die kein Mensch braucht. Vielleicht ist ja der ein oder andere Dämon unter uns, der damit etwas anfangen kann. Charles Stross zeigt einmal mehr mit seinen Ideen, dass er einer der interessantesten neuen Autoren in der Phantastik ist. So wie schliesslich der Klappentext gehalten ist, werden wir wohl weitere Abenteuer des Helden Bob erwarten können. Hoffentlich.
9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne9 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 03. Dezember 2008

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