Gisbert Haefs: Der erste Tod des Marc Aurel

Der erste Tod des Marc Aurel

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: historischer Roman
ISBN-13 978-3-453-47078-1

Preis: 8,95 Euro bei Amazon.de [Stand: 01. Januar 1970]
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Viele kennen Gisbert Haefs als Herausgeber der Werkausgaben zu Rudyard Kipling, Ambrose Bierce und Jorge Luis Borges. Andere kennen ihn als Kriminalschriftsteller. Nur die wenigsten wissen, dass er auch hervorragende Science Fiction schrieb, mit seinem Pasdan-Zyklus, der sogar in drei Verlagen veröffentlicht wurde. Oder gar einen Perry Rhodan Roman schrieb. Einer seiner Schwerpunkte liegt eindeutig bei der Geschichte. Hannibal, Alexander und andere Grössen sind von ihm beschrieben worden. Dazu kommen noch seine historischen Krimis, zu denen der vorliegende Roman, Der erste Tod des Marc Aurel, gehört.
Fazit
Gisbert Haefs verbindet seinen historischen Kriminalroman mit der Vermittlung von Wissen, dass er zur Verfügung stellt. Mit seiner Verbindung aus Geschichtswissen und krimineller Handlung versucht er uns das Jahr 165 nach Christus näher zu bringen. Zu jener Zeit lebte Marc Aurel, der bekannt wurde als ein Herrscher, der sich viel mit Philosophie auseinander setzte. Im Dienste Marc Aurels steht Gaius Pacuvius. Er ist Offizier in seiner Armee und soll mit einem Geheimauftrag im Hafen Portus einen ganz bestimmten Mann beobachten. Der Bote erscheint jedoch nicht, statt dessen lernt Gaius Pacuvius die Schauspielerin Korinna kennen. (Allerdings zeigt Gisbert Haefs hier das übliche Klischee, Schauspielerinnen seien leichtfertige und leicht zu habende Frauen.) Ab diesem Moment werden sich die Wege der beiden Menschen immer wieder kreuzen, manchmal sogar gemeinsam gehen. Zu meinem Entsetzen sogar durch die Kanäle unter der Hauptstadt, wo Pacuvius unvermittelt über seine Schulzeit berichtet. Was ist das für eine Schulzeit gewesen, dass man in dunklen Gängen darüber erzählt? Zwar lernt man als Leser viel über die römische Vergangenheit, doch der eigentlichen Verschwörungstheorie hilft das nicht weiter und die Schauspielerin geht nach der Verhaftung gleich zu einem neuen Liebhaber. Das scheint mir recht unlogisch. Die ganze Erzählung dreht sich um die ersten Christenprozesse. Der gesuchte Anführer der Christen ist Iustinus. Der Roman predigt Toleranz, indem er die Intoleranz von religiösen Gruppen anprangert. Gaius Pacuvius ermittelt weiter in seinem Fall, wo er auch immer wieder auf die Christen trifft. Seine Hinweise, denen er folgt, weisen eindeutig in Richtung Kaiser Marc Aurel. Wer den Roman Hamilkars Garten kennt, wird viele Parallelen finden. Wer die historischen Romane von Gisbert Haefs mag, wird sich mit diesem Krimi einen vergnüglichen Abend bereiten. Den Spuren des römischen Ermittlers zu folgen ist nicht sonderlich anstrengend. Wer allerdings einen Krimi erwartet, wird sich schwer tun, mit den geschichtlichen Lehrstunden, die eingeschoben wurden. Bildung und Mord passt nicht immer gut zusammen. Je nachdem aus welcher literarischen Richtung man sich diesem Buch annähert, wird man es gut oder schlecht finden.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 07. November 2008

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