Helmut Schümann: Der Post-Pubertist

Der Post-Pubertist

Verlag: Rowohlt Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-87134-610-1

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Wer hatte Pauls Vater eigentlich auf die Idee gebracht, mit der Pubertät seines Sohnes sei das Schlimmste im Leben eines Vaters vorbei? Dass in dieser aufreibenden Zeit im jugendlichen Hirn zahlreiche Neuronen verdrahtet werden müssen und sich Synapsen neu bilden, hatte der geplagte Vater noch hin genommen, seine Ansprüche an Logik, vorausschauendes Denken und Einfühlung in Nicht-Pubertierende zurückgestellt. Doch wie lange würde die Umbauphase dieser Neuronen in Pauls Gehirn noch dauern? Der Postpubertist ist inzwischen Oberstufenschüler, wahlberechtigt, sowie frisch gemustert - und er kontaktet neuerdings Mädchen. Kann ein nachtaktives, ständig Party machendes Wesen tatsächlich schon erwachsen sein?, fragt sich der Autor. Kritik am Zustand des Pubertisten-Zimmers wird von Paul unverzüglich mit dem Hinweis auf das ausufernde kreative Chaos im väterlichen Arbeitszimmer gekontert. "Reg dich nicht auf, ich mach das schon!" schallt es nun häufig genervt aus 1,90m Höhe herab. Der Vater regt sich auf; denn der Pubertist macht es nicht. Auch "Ich hatte keine Zeit dazu" kommt als Ausrede für nicht erledigte Aufgaben in einer Vater-Sohn-WG ohne weiteres Hauspersonal nicht so gut an. Pauls solide ausgeprägte Pubertisten-Vergesslichkeit hindert ihn nicht daran, sich mit Roller oder PKW zuerst in sichere Entfernung von väterlicher Kritik zu begeben und dort prompt zu stranden. Ohne Papa als durchgehend geöffnete Notruf-Säule klappt das postpubertistische Leben noch nicht. Anstatt für den Schulabschluss zu arbeiten und Entscheidungen für die Zukunft zu fällen, scheint Paul gerade seine zweite Pubertät zu durchleben. Das Vaterdasein wird nur kostspieliger, nicht einfacher. Doch obwohl die Schnittmenge gemeinsam verbrachter Zeit schrumpft, bietet die Post-Pubertät Paul und seinem Vater manche Gelegenheit für tiefschürfende Männergespräche.
Fazit
Schon beim Lesen des "Pubertisten", der scharfzüngig Pauls Jugend aufs Korn nahm, stöhnten viele Eltern erleichtert auf. Offensichtlich war das eigene Pubertisten-Exemplar doch nicht so aus der Art geschlagen, wie sie gefürchtet hatten. Mit dem Post-Pubertisten ist Helmut Schümann ein weiteres humorvolles Eltern-Trost-Buch gelungen.
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 16. Oktober 2008

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