Peter Watts: Abgrund

Abgrund

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Thriller
ISBN-13 978-3-453-52446-0

Preis: aktuell keine Daten vorhanden
Joel Kita ist ein Pilot von Tauchbooten, die Touristen tief hinab in den Ozean bringen und dort die atemberaubenden Schönheiten zu zeigen. Respektlos nennt er seine zahlenden Mitfahrer Fracht. In einem Gespräch wird darauf eingegangen, dass später einmal an der Channer-Quelle und ähnlichen Orten im Meer Menschen wohnen würden. Dies ist der Auftakt zu einer fast spannenden Erzählung in der es darum geht, den Menschen auf dem Meeresboden anzusiedeln.
Lenie Clarke ist Mitglied der Tiefseestation Beebe, die auf dem Juan-de-Fuca-Meeresrücken steht. Eine Fragile Stelle im Ozean, der hier jederzeit aufreissen kann. Die Arbeit in 3.000 Metern Tiefe in einem Geothermalkraftwerk ist nicht immer einfach. Manchmal dröhnt es von aussen gegen die Station und jeder weiss, dort draussen ist etwas grosses. Erschwerend kommt hinzu, dass die Station keine Fenster hat. Daher ist jeder hier unten auf seine Phantasie angewiesen, sich vorzustellen, was dort draussen stattfindet.
Ich leistete dem Autor lange Zeit, fast desinteressiert Gesellschaft, wie er die Handlung seines Romans vor dem Leser ausbreitete. Mehr als die Hälfte des Romans plätschert als Milieustudie vor sich hin. Sie erinnert von der Situation her an J. G. Ballards Betoninsel und andere, die ebenso eine isolierte Anzahl Menschen betrachtet. Die Spezialtaucher sollen vor allem die Maschinen und Maschinenhallen auf dem Meeresgrund warten. Peter Watts beschreibt zwar das Leben der Station, das Verhältnis von Clarke, Ballard (Zufall dass das Autorennamen sind?) und anderen untereinander. Dabei lässt er sich über die Lebensbedingungen aus und wie sich die Personen entwickeln. Selbst eingefleischte Teams die damit rechnen in den Tiefen des Meeres zu sterben, haben untereinander ihre Reibereien. Im Ernstfall müssen sie sich aber aufeinander verlassen können.
Fazit
Vielleicht sollte man langsam mal anfangen und Titel im Original auch ins Deutsche zu übertragen und nicht irgendwelche Titel wählen, die eher an Katastrophenfilme der 70er Jahre erinnern. Seestern als Titel passt viel besser. Der Roman ist schon ein paar Tage alt, die Thematik aber durchaus weiterhin aktuell. Das Buch ist dabei ein Spannungsroman, der sich einer Charakterstudie annähert, zum Ende hin jedoch ein lesenswerter, intelligent geschriebener Science Fiction Krimi ist.
6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne6 Sterne
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Vorgeschlagen von erik schreiber [Profil]
veröffentlicht am 28. September 2008

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