Der Wilhelm Heyne Verlag führt seine Reihe der Philip K. Dick Edition weiter und
es ist das einzige Buch des Autors, dass ich noch nicht kannte und inzwischen
für das Beste von ihm halte. Bekannter dürfte jedoch das Buch sein do androids
dream of electric sheep? aus dem Jahr 1968, dessen deutscher Titel Träumen
Roboter von elektrischen Schafen? 1969 im Marion von Schröder Verlag erschien.
Verfilmt wurde er jedoch als Blade Runner und wird seither nur noch unter diesem
Titel genannt. Für Das Orakel vom Berge erhielt er 1963 den amerikanischen Hugo
Award.
Das Orakel vom Berge ist eine Alternativweltgeschichte und spielt im gleichen Jahr der tatsächlichen Wirklichkeit. Der Hintergrund der negativen Utopie ist der Sieg des Dritten Reiches und seines Verbündeten Japan 1947 über die Vereinigten Staaten. Die Siegermächte teilen sich Nordamerika unter sich auf, jedoch nicht Kanada, denn dort kann Bob Hope eine satirische Sendung ausstrahlen, in denen er die Nazis verarscht. Westlich der Rocky Mountains gehört das Land den Japanern, der Rest den Deutschen. Die Japaner geben sich in ihren neuen Besitztümern ziemlich autoritär, sind jedoch nicht so brutal wie die deutschen Besatzer in ihrem Teil Amerikas. Zwischen beiden Zonen besteht eine kleine neutrale Pufferzone. In Europa wurde das Mittelmeer trocken gelegt um Land zu gewinnen. In Afrika wird die Bevölkerung systematisch ausgerottet, während die Italiener einen kleinen Teil im Mittleren Osten besetzen. Dies ist die Welt, in der die Abenteuer verschiedener Handlungsträger miteinander verknüpft sind. Sie stammen meist aus der Pufferzone oder der japanisch besetzten Zone. Rudolf Wegener hingegen stammt aus Deutschland, reist jedoch als schwedischer Handlungsreisender nach San Francisco. Der Agent der deutschen Abwehr muss auf Mr. Yatabe warten. Mr. Yatabe ist General und soll der japanischen Regierung eine Botschaft überbringen. Wegener warnt Japan. Die Nazis unter Reichskanzler Martin Bormann wollen einen Vorfall künstlich hervorrufen um anschliessend Japan mit einem Atomschlag nieder machen. Eine andere wichtige Handlungsträgerin ist Julia Frink, die in Colorado als Judolehrerin lebt und arbeitet. Sie geht mit dem italienischen Fernfahrer Joe Cindella eine sexuelle Beziehung ein. Ihr erzählt er von einem Buch, dass ein gewisser Hawthorne Abendsen geschrieben hat. Unter dem Titel Die Plage der Heuschrecke erzählt es die Geschichte der Welt, als Deutschland den Krieg verlor. Juliana ist von dem Buch so gefesselt, dass sie sich auf den Weg zu Abendsen macht. Unterwegs macht Juliana die erschreckende Entdeckung, dass ihr Sexpartner eigentlich ein schweizer Killer ist, der im Auftrag der Deutschen Abendsen umbringen soll. Juliana löst das Problem auf ihre Weise und reist alleine weiter. Sie trifft Abendsen, der ihr in einem Gespräch eröffnet, dass Buch mit Hilfe des I Ging geschrieben zu haben. (Das sagt Philip K. Dick übrigens auch von diesem Buch). Das Buch der Heuschrecke ist aber auch nur ein fiktives Buch, denn die britischen Truppen konnten die russischen Truppen vor Stalingrad unterstützen. Dabei wurde, wie bekannt, England von Rommels Panzertruppen erobert. Auch andere Informationen wie Hitler wird lebend gefangen genommen, dabei leidet er ziemlich stark unter seiner Syphillis, oder England wird zum mächtigsten Land der Welt, sind eindeutig falsch. Fazit
Die sogenannten Dystopien haben immer etwas erschreckendes an sich. Sie halten
uns einen Spiegel vor um mit überspitzter Kritik uns als Leser aufzurütteln.
Meist gelingt das für die Dauer die es braucht, das Buch zu lesen und den Tag
danach. Dann sind wir Leser ganz schnell dabei und vergessen das Thema. Wenn
sich Philip K. Dick mit einem Thema beschäftigt und es zwischen zwei Buchdeckel
pressen lässt, ist es immer etwas Besonderes. Der 1982 verstorbene Autor ist
selbst in Deutschland einer der meistgelesenen Science Fiction Autoren. Seine
damals zeitkritischen und sozialkritischen Romane sind selbst heute, vierzig,
fünzig Jahre nach erscheinen, aktuell und modern.
Die Lincoln-Maschine Ubik weitere Rezension zu diesem Buch schreiben Rezension als PDF-Datei speichern Direkt verlinken: http://www.buchtips.net/rez3531.htm weiterführende Links:
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