Mit dem Sammelband Der Keller veröffentlicht der Wilhelm Heyne Verlag drei
Bücher, die inhaltlich zusammen gehören. Unter Berücksichtigung der
Schaffenskraft des am 14.02.2001 gestorbenen Autors Richard Laymon haben wir
drei unterschiedliche Romane. Veröffentlicht in den Jahren 1980, 1986, 1998
zeigen sie nicht nur eine aufeinander bauende Handlung, sondern den über Jahre
hinweg entwickelten Stil. Daher ist nicht nur interessant, das Buch in einem
Stück zu lesen und der Handlung zu folgen, sondern auch die unterschiedliche
Perioden seiner Schaffenskraft. Der erste Roman, der Keller, war das
Erstlingswerk des amerikanischen Autors. Erst später fügt er die Stilmittel ein,
die ihn letztlich bekannt machen werden. Der Band wurde 1991 vom Wilhelm
Goldmann Verlag unter dem Titel Das Haus des Schreckens veröffentlicht. Für die
Übersetzung war damals Gisela Kirst-Tinnefeld verantwortlich. Die heutige
Übersetzung übernahm Kristof Kurz. Der zweite Band, Das Horrorhaus, bietet dem
Leser das, was den späteren und erfolgreicheren Autor ausmachte. Den Glanzpunkt
bietet in jedem Fall Die Mitternachtstour. Es ist einer der letzten Romane, die
Richard Laymon vor seinem Tod schrieb. Hier ist keine weitere Entwicklung bis zu
seinem Tod mehr zu sehen. Man könnte sagen, er starb auf dem Höhepunkt seiner
Schaffenskraft.
Das Horrorhaus, das wir vom Keller bis zum Dachboden kennenlernen, zeigt uns die seltsamen Bewohner. Die Geschichte, wie wir das Haus kennen lernen ist spannend und packend geschrieben und lesenswert. Die drei Romane knüpfen aneinander an und werden zu einem grossen Werk. Trotzdem ist das Werk durchaus zwiespältig zu sehen. Wenn der erwachsene Roy auf Seite 44 mit der zehnjährigen Joni in die Badewanne steigt ist das eindeutig Pädophiles Gedankengut. Leider ist die Mutter mit der Messerattacke nicht sehr erfolgreich. Nur mal so am Rande, sollte ich einen Mann in eindeutiger Pose mit einem Kind finden, er würde von mir keine Chance auf eine Gerichtsverhandlung erhalten. Für den Roman ist es ein Spannungsmittel über das man als Leser kontrovers diskutieren kann. Für mich ist diese Situation schon Horror. Dabei fängt der Roman bereits mit dem Tod auf dem Dachboden sehr klassisch an. Fazit
Trotz verschiedener, geschmacklich schlechter Ausrutscher, bleibt mit der
Trilogie des Horrorhauses ein gelungenes Buch übrig. Entwicklung der Geschichten
gehen mit der Entwicklung des Autors Hand in Hand.
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