John Burnside: Die Spur des Teufels

Die Spur des Teufels

Verlag: Albrecht Knaus Verlag [mehr Bücher von diesem Verlag zeigen]
Sparte: Belletristik
ISBN-13 978-3-8135-0296-1

Preis: 18,00 Euro bei Amazon.de [Stand: 27. September 2016]
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Michael Gardiners Eltern hatten sich vor Jahren einen Traum erfüllt und waren in den kleinen schottischen Ort Coldhaven gezogen. Als Michael aus der Zeitung erfährt, dass Moira Birnie sich und ihre beiden kleinen Söhne getötet hat, wird er in die Zeit zurück versetzt, als er in Moira verliebt war. Die Gardiners waren von Anfang an Außenseiter in dem idyllisch gelegenen Dorf gewesen. Vater Gardiner arbeitete als Fotograf und war wegen des Lichts in den kleinen Küstenort gekommen; Michaels Mutter, aus der Großstadt in die Provinz verpflanzt, hatte sich in Coldhaven nie wohl gefühlt. Die Leute von Coldhaven hatten von jeher einen Hang zum Aberglauben und waren überzeugt davon, dass nachts der Teufel durch ihr Dorf marschiert. Um Klatsch und Anfeindungen der Nachbarn zu entgehen, zogen die Gardiners damals aus dem Dorfkern in ein Haus, das abgeschieden auf einer Landzunge lag. Michael lebt noch immer, inzwischen mit seiner Frau Amanda, in seinem Elternhaus. Auch Michael sondert sich von den Dorfbewohnern ab und ist schon lange nicht mehr im Ort gewesen. Sein Wissen über die Welt scheint er aus Filmzitaten zu beziehen. Michaels Fenster zur Wirklichkeit ist die Putzfrau Miss K., die offenbar alles weiß und alle Vorgänge im Dorf kommentiert. Der Tod Moira Birnies ist nun Anlass für Michael, die Kränkungen seiner Kindheit zu reflektieren und sich an die damalige Situation seiner Eltern zu erinnern, die ihm als Kind nicht bewusst war. Michael stellt sich erstmals einem düsteres Geheimnis, das er seit seiner Kindheit mit sich herum trägt, und den Geheimnissen seiner Eltern. Moira hat Hazel, ihre 14-jährige Tochter zurück gelassen. Zwanghaft beschäftigen Gedanken an das Mädchen Moira nun Michael.
Fazit
In der düsteren Atmosphäre eines sturmumtosten schottischen Ortes hat John Burnside das fesselnde Psychogramm eines Außenseiters angesiedelt. "Die Spur des Teufels" bietet einen raffiniert konstruierten Plot um Schuld und Verdrängung. Eine Einordnung als Thriller wird dem Buch meiner Ansicht nach nicht gerecht. In eleganten Schachtelsätzen entsteht zunächst das Bild eines verhöhnten und drangsalierten Kindes. Doch Sprache kann verräterisch sein. Michael entlarvt sich im Laufe der Handlung als schwer erträglicher, arroganter Sonderling, der andere Menschen äußerst abfällig beurteilt.
8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne8 Sterne
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Vorgeschlagen von Helga Buss [Profil]
veröffentlicht am 21. Juli 2008

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